Weniger Fleisch für mehr Gesundheit

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„Sonntagsbraten war früher genau die richtige Mischung: Sechs Tage vegetarisch, am Sonntag dann Fleisch.“ Simon Tress, Spitzenkoch
Es gibt viele gute Gründe, den Fleischkonsum einzuschränken: Die Tiere, die Umwelt und nicht zuletzt deine Gesundheit werden es dir danken. Denn immer noch essen die meisten Menschen hierzulande viel zu viel Fleisch und Wurst. Daran ändern auch Schreckensnachrichten über Gammelfleischskandale und erhöhtes Krebsrisiko nur wenig. Dabei wissen wir eigentlich alle, dass es besser wäre, weniger Fleisch zu essen. Die Ernährung umzustellen und auf einen Teil des Fleisches zu verzichten, ist aber gar nicht so einfach. Es erfordert zumindest in der Übergangszeit einiges an Aufmerksamkeit, vielleicht auch Verzicht. Die Umstellung lohnt sich aber! Wir geben dir Tipps, wie es dir leichter fällt, weniger Fleisch zu essen.

Unsere Tipps

1 Bestandsaufnahme: Wie viel Fleisch isst du?

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, pro Woche nicht mehr als 300 bis maximal 600 Gramm Fleisch zu essen. Wurst und Schinken in allen Varianten sind dabei natürlich eingerechnet. Die Realität sieht allerdings ganz anders aus: Obwohl der Fleischkonsum in den letzten Jahren etwas sinkt, essen wir durchschnittlich immer noch über ein Kilogramm Fleisch und Wurst pro Woche. Das ist locker das Doppelte der empfohlenen Menge! Wie sieht es bei dir aus? Wie viel Fleisch isst du? Um das herauszufinden, solltest du einfach mal zwei oder drei Wochen lang jedes Fleischprodukt kurz auf die Waage legen und aufschreiben. Vergiss dabei nicht die Wurst. Und auch kleine „Fleischschnipsel“, zum Beispiel auf dem Salat, können zu Buche schlagen. Sei ehrlich mit dir und finde heraus, wie weit du von den Ernährungsempfehlungen entfernt bist. Dann kennst du nicht nur deine Startbedingungen, sondern auch dein Ziel genauer.

2 Motivation: Mache dir die guten Gründe für weniger Fleisch klar

Es gibt viele Gründe, weniger Fleisch zu essen, zum Beispiel:

  • bessere Herzgesundheit: Fleischkonsum (vor allem „rotes“ Fleisch) erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Verschiedene Studien belegen: Wer weniger Fleisch isst, kann das persönliche Risiko für Herzinfarkte und Schlaganfälle senken. Selbst bestehende Probleme verbessern sich, wenn weniger Fleisch verzehrt wird.
  • geringeres Krebsrisiko: Vor Kurzem ging es durch die Medien: Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat Fleisch und Wurst in die Liste der Krebs auslösenden Stoffe aufgenommen. Vor allem rotes Fleisch und verarbeitete Fleischprodukte wie Wurst oder Schinken scheinen das Krebsrisiko zu erhöhen. Wenn du weniger Fleisch isst, senkst du also auch dein Risiko, an Krebs zu erkranken.
  • weniger Übergewicht: Fleisch hat viel Fett und viele Kalorien und trägt damit zum Übergewicht bei. Wenn du weniger Fleisch zu dir nimmst, fällt es dir auch leichter, abzunehmen.
  • mehr Vielfalt auf dem Teller: Es gibt viele leckere Alternativen zu Fleisch. Wenn du lernst, auch mal vegetarisch zu kochen, erhöhst du die Vielfalt deiner Speisen. Und das ist eine der Grundlagen für gesunde Ernährung.
  • weniger Antibiotika im Essen: In der Massentierhaltung können sich Krankheiten unter den Tieren leichter verbreiten, deshalb werden Antibiotika in großen Mengen eingesetzt. Spuren davon bleiben auch im Fleisch und sorgen für immer mehr resistente Bakterienstämme.
  • weniger Tierleid: Die Zustände für die Tiere sind in der konventionellen Tierhaltung katastrophal. Mit einem glücklichen Leben, wie es uns die Werbung gerne suggeriert, hat das nichts zu tun. Die Tiere sind auf engstem Raum und unter furchtbaren Bedingungen zusammengepfercht. Sie können oft keinerlei natürliches Verhalten entwickeln und vegetieren ihr Leben lang vor sich hin, all das für unser Schnitzel. Wenn du weniger Fleisch isst (und lieber zu hochwertigen Bioprodukten greifst), reduzierst du auch das Leid der Tiere.
  • mehr Schutz für die Umwelt und das Klima: Bei der Tierhaltung für die Fleischproduktion kommen große Mengen CO2 in die Luft und schaden dem Klima. Außerdem werden für die Futtermittel gigantische Ackerflächen gebraucht. Dafür werden Urwälder abgeholzt und einheimische Bauern in armen Ländern von ihren lebensnotwendigen Ackerflächen verdrängt. Zusätzlich kommen große Mengen an Düngemitteln, Pestiziden und genveränderten Pflanzen zum Einsatz, um die Tiere zu füttern. Wenn du weniger Fleisch isst, sorgst du auch dafür, dass die Umwelt besser geschützt wird.

Wenn du beim Anblick der Würstchen oder des Schnitzelbrötchens in der Kantine doch schwach wirst, kannst du dir diese Argumente vor Augen führen und lieber doch zu einer Alternative greifen.

3 Zusammenstellung: Reduziere die Portionsgröße bei Fleisch

Deine Lieblingsessen sind alle fleischhaltig und ohne Fleisch ist eine Mahlzeit für dich nicht richtig vollständig? Dann reduziere doch einfach die Portionsgröße. Iss nur ein einzelnes Würstchen statt einem Paar, beschränke dich auf ein kleineres Schnitzel oder gib nur die Hälfte Hackfleisch in die Nudelsoße. Erhöhe stattdessen die Menge an Gemüse in deiner Mahlzeit. Dadurch versorgst du dich gleichzeitig mit vielen wichtigen Nährstoffen für deine Gesundheit.

4 Qualität: Steige um auf Bio-Produkte

Bei Biofleisch (und auch Milch, Eiern und anderen tierischen Produkten) erkaufst du dir deutlich mehr Qualität, für dich, die Tiere und die Umwelt: In der Bio-Landwirtschaft wird sehr viel weniger Chemie eingesetzt, sowohl bei den Futtermitteln als auch bei den Tieren selbst. Antibiotika kommen in deutlich geringerem Maße (oder gar nicht) zum Einsatz, genveränderte Pflanzen sind auch für die Futtermittel verboten. All das ist gut für die Gesundheit und die Umwelt. Gleichzeitig reduzierst du mit Bioprodukten aber auch das Tierleid: Tiere in Biobetrieben haben mehr Platz, bekommen natürlicheres Futter und allgemein bessere Lebensbedingungen. Natürlich ist Biofleisch deutlich teurer als das Billigfleisch aus der Massentierhaltung. Aber gerade das kann ein guter Grund für dich sein, deinen Fleischkonsum zu reduzieren: Kaufe lieber seltener Fleisch (oder kleinere Portionen) und setze dafür auf Qualität.

5 Vielfalt: Finde gute Alternativen zu Fleisch und Wurst

Ein Problem für viele Menschen ist, dass sie gar nicht wirklich wissen, wie man vegetarisch kocht. Einfach das Fleisch in der Mahlzeit wegzulassen, das ist für viele unbefriedigend. Aber es gibt so viele leckere vegetarische Rezepte, bei denen nichts fehlt. Probiere neue Rezepte aus oder mach gleich einen vegetarischen Kochkurs, um deine Möglichkeiten zu erhöhen.

Gerade Wurst lässt sich gut durch fleischlose Produkte ersetzen:

  • Käse schmeckt auch deftig und ist in unzähligen Varianten verfügbar. Sicher ist auch etwas dabei, das dir schmeckt.
  • Avocado ergibt mit etwas Salz und Pfeffer einen leckeren pflanzlichen Aufstrich auf (Butter-)Brot.
  • Im Handel gibt es inzwischen eine Vielzahl von vegetarischen Brotaufstrichen. Probiere dich doch mal durch diese Auswahl! Besonders deftig schmecken die schmalzähnlichen Aufstriche.
  • Immer mehr Hersteller bieten auch Wurstprodukte an, die ohne Fleisch auskommen. Bei manchen merkt man den Unterschied sofort, andere sind kaum von „echter“ Wurst zu unterscheiden. Probiere einfach verschiedene Sorten aus, wahrscheinlich sind Produkte dabei, mit denen du ganz ohne Verzicht deinen Fleischkonsum reduzieren kannst.
6 Routine: Führe Veggietage ein

Um einen besseren Überblick über deinen Fleischkonsum zu behalten, kannst du deine Woche strukturieren: Führe einen, zwei oder drei Veggietage an festen Wochentagen ein. An diesen Tagen kochst du vegetarisch und verzichtest auch auf Wurst und Schinken. Wenn du diese Veggietage einhältst, musst du dir an den anderen Tagen weniger Gedanken machen und reduzierst fast nebenher deine Fleischkonsum.

7 Abschreckung: Informiere dich genauer über Tierhaltung

Zugegeben: Diese Methode ist eher etwas für die Hartgesottenen, dafür ist sie aber sehr wirksam, um weniger Fleisch zu essen. Lies darüber, wie Tiere leben, damit wir Fleisch essen können. Schau dir vielleicht sogar Videos an. Irgendwie sind wir es den Tieren, die für uns gezüchtet werden, doch schuldig, dass wir wenigstens über sie Bescheid wissen, oder? Mach dir aber klar, dass du Dinge lesen und sehen wirst, die sehr erschreckend und grausam sind. Wenn du dich darauf einlässt, dich genauer mit der Tierhaltung zu beschäftigen, wird es dir ganz sicher leichter fallen, weniger (oder besseres) Fleisch zu essen.

!Wusstest du eigentlich...

Menschen, die teilweise vegetarisch, teilweise mit Fleisch essen, nennt man Flexitarier.

Bildnachweis: alisafarov/Bigstock.com

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