Verbessere deine Kommunikation

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Bräche man kommunikative Fertigkeiten auf zwei Aspekte herunter, so wären diese: Sprechen und Zuhören. Es klingt so einfach. Kommunikation ist jedoch ein hochkomplexer Prozess, der von unterschiedlichen Faktoren beeinflusst wird – bewusst und unbewusst. Dass Kommunikative Fähigkeiten in der Berufswelt und im Alltag einen dermaßen hohen Stellenwert genießen liegt daran, dass Kommunikation oftmals ein Schlüssel zum Erfolg ist. Die nachfolgenden sieben Tipps helfen dir dabei deine Kommunikation zu verbessern:

Unsere Tipps

1 Unverzichtbare Schlüsselqualifikation

Der Erfolg eines Unternehmens hängt bekanntlich von den Mitarbeitern ab – und von deren  Kommunikationsfähigkeiten. In Stellenanzeigen hast du bestimmt schon oft gelesen, dass Kommunikationsfähigkeit gefordert wird. Und Bewerber entsprechen dieser Anforderung gern, in dem sie in persönlichen Gesprächen ihre kommunikativen Skills hervorheben. Doch was ist Kommunikation überhaupt, wenn es nicht nur auf Reden und Zuhören ankommt?

Zu dem bloßen Austausch von Informationen gehört die Interpretation von Signalen des Kommunikationspartners als wesentlicher Pfeiler erfolgreicher Gesprächsführung. Auch die Wahl eines geeigneten Gesprächskanals ist essentiell und kann über das Gelingen eines Kommunikationsversuchs entscheiden: Schreibe ich eine E-Mail oder greife ich zum Telefon? Oder ist sogar ein persönliches Gespräch die bessere Wahl? Auch das Ausfüllen spezifischer Rollen gehört zu den kommunikativen Fähigkeiten, denn das Gespräch mit dem Vorgesetzten erfordert grundsätzlich andere Verhaltensweisen als Small Talk mit dem besten Freund. Kommunikation ist vielschichtig: nutze dieses Wissen!

2 Kommunikation ist allgegenwärtig

Eine Grundregel musst du unbedingt verinnerlichen: Treten zwei Menschen miteinander in Kontakt, so kommunizieren sie auch – egal in welcher Form. Um kommunikativ zu agieren ist nicht zwingend eine Aktion notwendig. Auch das bloße Ignorieren einer Person oder schweigsame Momente stehen für Botschaften. Wie eine Botschaft bei deinem Gegenüber ankommt, hängt nicht zuletzt von ihrem kulturellen und sozialen Umfeld ab, in dem sie für gewöhnlich bewegt.

Sei dir stets bewusst, dass du immer Signale aussendest, auch wenn du einfach nichts tust. Auch das Unterdrücken einer Aktion ist eine bewusste Handlung, die im schlimmsten Fall missverstanden werden kann. Selbst wenn du Missfallen ausdrücken möchtest ist es ratsam dieses höflich aber eindeutig zu äußern, um den Interpretationsspielraum deines Kommunikationspartners zu verringern. Manchmal gilt tatsächlich: Reden ist Gold, Schweigen ist Silber.

3 Setze dir Gesprächsziele

Bestimmt kennst du viele Situationen, in denen Gespräche sind im Kreis drehen. Das liegt nicht selten an dem Umstand, dass die Teilnehmer sich ihrer Gesprächsziele nicht oder nur unzureichend bewusst sind. Abhilfe schafft ein simpel klingendes Sprichwort: erst denken, dann reden. Tatsächlich ist es für erfolgreiche Kommunikation wesentlich, dass zumindest einer der Teilnehmer klare Ziele vor Augen hat, die es ihm ermöglichen das Gespräch zu lenken.

Überlege dir also, welche Absichten du mit einem Gespräch verfolgst und welche Resultate du von dir und den anderen Teilnehmern erwartest. Je klarer deine Zielsetzung ist, desto leichter wird es dir fallen, deinen Mitmenschen deinen Standpunkt zu verdeutlichen. Sich im Vorfeld Notizen anzufertigen ist übrigens nicht peinlich, sondern ziemlich clever.

4 Informationen machen den Unterschied

Ein kommunikativer Austausch lebt von den Informationen, die Gesprächsteilnehmer ihren  Mitmenschen zur Verfügung stellen. Alles was ungesagt oder undefiniert bleibt, muss von einem Gesprächspartner interpretiert werden. Interpretationen gehören zu den häufigsten Entstehungsfaktoren für Missverständnisse. Ein typisches Beispiel dafür ist die intensive Nutzung von Fachsprachen, die für Außenstehende nur schwer nachvollziehbar ist.

Möchtest du, dass deine Gesprächspartner dich verstehen, drücke dich klar und deutlich aus. Verzichte auf kryptische Bezeichnungen oder Wortkreationen – es sei denn alle Gesprächsteilnehmer können damit etwas anfangen. Nutze so viele Informationen wie möglich, um Teilnehmern einen Sachverhalt detailliert zu erläutern. Das sorgt für eine klare Linie, ermöglicht präzise Rückfragen und vermindert Stressfaktoren.

5 Der Ton macht die Musik

Wie etwas gesagt wird ist in einem Gespräch ebenso entscheiden wie das Thema selbst. So führen unangemessene Betonungen, die falsche Wortwahl oder unüberlegte Floskeln häufig zu Gesprächskonflikten. Aus einer harmlosen Aussage wird schnell ein vermeintlicher Vorwurf, der die gesamte Gesprächsatmosphäre kippen lässt. Akzeptanz und Respekt stehen bei den wesentlichen Kommunikationsgrundsätzen weit oben. Statt belehrend auf dein Gegenüber einzuwirken, lade sie oder ihn zu Kompromissen und einer gemeinsamen Problemlösung ein.

Sei dir auch deiner Mimik, Gestik und Körperhaltung stets bewusst. Es ist schwierig sein Unwohlsein vor anderen Menschen zu verbergen. Statt deine Gesprächsteilnehmer über deinen Unmut im Unklaren zu lassen, informiere sie besser über deine emotionale Lage. Wenn du beispielsweise müde und gereizt bist, solltest du dein Gegenüber verbal über deine Gefühle aufklären – er wird dann wahrscheinlich auf einen „schlechten Ton“ nicht sofort ärgerlich reagieren.

6 Introversion und Extraversion ergänzen sich hervorragend

Lange Zeit galten extravertierte Persönlichkeiten als Idealtypen für die erfolgreiche Gesprächsführung. Mittlerweile hat sich diese Ansicht grundlegend verändert. Die eher zurückhaltenden Teilnehmer genießen einen ausgezeichneten Ruf, weil Menschen gelernt haben die Stärken der „Stillen“ zu erkennen und zu nutzen. Kommunikationsfähigkeit zeichnet sich demnach auch dadurch aus, dass du die verschiedenen Charaktere und Fähigkeiten der Gesprächsteilnehmer sinnvoll zusammenführst.

Das spiegelt sich in wissenschaftlichen Studien sogar in der Durchblutung bestimmter Hirnareale wider. Introvertierte Menschen weisen eine stärkere Hirndurchblutung auf und damit eine durchschnittlich höhere Aktivität. Im Mittelpunkt stehen die Hirnstrukturen für Planung, Gedächtnis und Problemlösung. Extravertierte Persönlichkeiten denken dagegen schneller und diskutieren mehr, während Introvertierte ihre Stärken durch konstruktive, innovative Lösungsansätze ausspielen. Als Gesprächsteilnehmer mit diesem Wissen solltest stets zwischen den unterschiedlichen Persönlichkeiten vermitteln, um ideale Ergebnisse zu erzielen.

7 Achte auf die Gesprächsanteile

Die meisten Menschen empfinden Gespräche dann als angenehm, wenn ihre jeweiligen  Gesprächsanteile ausgewogen sind. Wenn du bei dir selbst ein Ungleichgewicht bemerkst, ermuntere deinen Gesprächspartner ruhig dazu aktiv zu werden. Stelle ihm eine Frage, damit er sich an eurem Gespräch beteiligen kann oder richte die Aufmerksamkeit auf eine seiner vorhergegangenen positiven Anmerkungen. Ohnehin ist es wichtig Gespräche um positive Aspekte herum aufzubauen und Kritikpunkte fokussiert und konstruktiv abzuhandeln.

Scheue nicht, lobende Worte auszusprechen, die die Taten und Fähigkeiten deiner Gesprächspartner in einem guten Licht dastehen lassen. Jeder Mensch freut sich schließlich über aufrichtige Anerkennung. Das tut der Gesprächsatmosphäre sichtlich gut und erlaubt den Teilnehmern einen rhythmischen Austausch zu fördern, der ein Gespräch im wahrsten Sinne des Wortes „fließen lässt“.

!Wusstest du eigentlich...

Schon Immanuel Kant sagt „Der Zuhörer ist ein schweigender Schmeichler“ und drückte damit aus, wie wertvoll gutes Zuhören für eine erfolgreiche Gesprächsführung ist. Umfragen zeigen, dass sich rund 96 Prozent der Erwachsenen für gute Zuhörer halten. Jedoch nur rund ein Viertel aller Gesprächsinhalte können Kommunikationsteilnehmer sich tatsächlich merken. Seinem Gegenüber die volle Aufmerksamkeit schenken zu können ist eine wunderbare Fähigkeit – auch weil intensives Zuhören müde macht.

Bildnachweis: sirichaibigstock/Bigstock.com

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