Hormontherapie im Wechsel

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Die Wechseljahre sind bei allen Frauen mit mehr oder weniger ausgeprägten körperlichen und psychischen Symptomen verbunden. Ob man eine Hormontherapie machen sollte oder nicht, gehört zu den sehr heftig diskutierten Themen. Gegner der Hormontherapie weisen darauf hin, dass die nachlassende Östrogenproduktion des weiblichen Körpers keine Krankheit, sondern ein ganz natürlicher Prozess ist. Die Gabe von Hormonen mit ihren gefährlichen Nebenwirkungen sei nicht gerechtfertigt. Befürworter betonen dagegen die gute Wirksamkeit, gerade bei Frauen, die sehr stark unter ihren Beschwerden leiden.

Pro

Warum denn nicht?

Bei Kopfweh nehme ich eine Tablette ein, wenn ich Zahnschmerzen habe, gehe ich zum Zahnarzt, bei psychischen Problemen suche ich einen Therapeuten auf, und wenn ich ein befreites Sexualleben genießen möchte, dann sind für mich hormonelle Verhütungsmittel das Produkt der Wahl. Dazu muss ich allerdings sagen, dass ich hormonelle Verhütungsmittel immer gut vertragen habe. Die Nebenwirkungen, die viele Frauen beschreiben, sind bei mir ausgeblieben.

Um diese Liste weiterzuführen: Wenn ich in den Wechseljahren an Hitzewallungen und unter Stimmungsschwankungen leide, dann spricht meiner Meinung nach nichts gegen eine Hormonersatztherapie. Jede Frau darf und muss selbst entscheiden, wie sie ihren Körper behandelt. Der menschliche Organismus ist ein Wunderwerk der Natur, das aus sich selbst heraus funktioniert und viele Schmerzen aushalten kann. Und doch hat sich durch die moderne Medizin die Lebenserwartung deutlich nach oben angehoben. Ich möchte mein Leben so angenehm wie möglich verbringen, deswegen nutze ich gerne die pharmazeutischen Angebote, die für Schmerzfreiheit, Gesundheit und Wohlbefinden zur Verfügung stehen.

Die Beratung durch einen fachkundigen und kompetenten Arzt sollte natürlich immer vorausgesetzt werden. In so einem Gespräch lässt sich sicherlich klären, welche weiteren Vorteile eine Hormontherapie für die eigene Gesundheits- und Krankheitsgeschichte bringen könnte. Wenn der Östrogenspiegel absinkt, können viele Risiken drohen: Hoher Blutdruck, Osteoporose und ein erhöhtes Diabetesrisiko sind nur einige Beispiele, weshalb eine Frau über eine Hormonersatztherapie nachdenken sollte. Verantwortung für seinen Körper zu übernehmen heißt sich gut zu informieren und dann eine wohlüberlegte Entscheidung zu treffen.

Contra

Es geht meist auch anders

Früher galt die Hormontherapie als das Allheilmittel in den Wechseljahren. Zum Glück kommen Forschung und Ärzte immer mehr von der Vorstellung ab, dass das Absinken des weiblichen Hormonspiegels immer durch Hormongaben ausgeglichen werden muss. Immerhin ist es ein ganz natürlicher Prozess: Die Eierstöcke stellen ihre Funktion nach und nach ein. Die Östrogenproduktion sinkt. Die Regelblutung bleibt aus.

Alles ganz normal und von der Natur so gewollt.

Natürlich soll keine Frau unter den Symptomen massiv leiden müssen. Aber in den meisten Fällen reicht zur Behandlung doch zum Glück ein pflanzliches Mittel wie Mönchspfeffer, Soja oder Traubensilberkerze (Cimcifuga) aus. Hormone sollten meiner Meinung nach die absolute Notlösung bleiben.Das sage übrigens nicht nur ich, das sagt auch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Sie empfehlen: Hormongabe nur bei sehr starken Beschwerden und auch dann nur so niedrig dosiert und kurz wie möglich.

Der Grund sind die Nebenwirkungen der künstlichen Hormone. Das Risiko für Brustkrebs und Eierstockkrebs, sowie für Herzinfarkt, Thrombosen und Schlaganfälle steigt.

Für mich ist die Entscheidung klar: Hormone sollten nur im Notfall eingesetzt werden. Es gibt risikoärmere Therapien, die den meisten Frauen gut helfen. Und wir dürfen nicht vergessen, dass die innere Einstellung immer auch eine Rolle spielt.

Wenn wir versuchen, die Wechseljahre als natürlichen, vorübergehenden Prozess anzunehmen und eine positive Einstellung zu behalten, dann hilft uns das, leichter mit dem Symptomen umzugehen.



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