Pfefferspray

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Heutzutage werden die Ängste vieler Frauen vor Überfällen und Angriffen immer größer. Für viele liegt die Lösung nahe: Na klar, Pfefferspray in der Tasche. Vorgesorgt für Notfälle. Sicherheit gibt die kleine Sprühdose oft schon durch ihre bloße Anwesenheit, aber es stellt sich auch die Frage: Haben alle Pfefferspray-Käufer sich auch wirklich informiert, wie man es anwendet? Nicht umsonst fällt Pfefferspray unter das Waffengesetz. Falsch eingesetzt, kann es Unbeteiligte schädigen (oder man verletzt sich selber, statt den Täter).

Unsere Autorinnen diskutieren, wie weit Selbstschutz gehen kann und soll und darf. Was meinst du? Ist Pfefferspray der richtige Weg, sich gegen Angriffe zu schützen?

Pro

Ein Gefühl der Sicherheit

Klein und handlich ist er, so stecke ich meinen Pfefferspray einfach in die Handtasche oder in die Jacke.

Ohne würde ich ab einsetzender Dämmerung nicht mehr die Wohnung verlassen, früher habe ich mich wirklich gefürchtet. Ich wurde oft zweideutig angesprochen, das eine oder andere Mal sogar verfolgt.

Doch diese kleine Dose gibt mir das Gefühl, mich im Notfall wehren zu können.

Mögliche Angreifer spüren, ob eine Frau sich verteidigen kann. Daher habe ich jetzt keine Angst mehr!

Eine Kampfsportart käme für mich als friedliebenden Menschen nicht in Frage, da hätte ich viel zu viel Furcht, eine andere Person ernsthaft zu verletzen.

Der Pfefferspray brennt dagegen nur in den Augen und legt so den Übeltäter für eine kurze Zeit lahm. Das sind genau die Sekunden, die nötig sind, um die Flucht anzutreten.

Das Schöne am Pfefferspray ist, dass er kaum schadet. Die Wirkung lässt schon bald nach, aber der Angreifer überlegt sich das nächste Mal schon viel genauer, ob er in Aktion treten will.

Es ist nachgewiesen, dass Frauen, die unsicher wirken und Angst haben, öfter Opfer von Verbrechen werden als solche, die stark und wehrhaft erscheinen. Das ist keine Frage der körperlichen Kraft, sondern der inneren Einstellung.

Mir hilft der Pfefferspray dabei, furchtlos durch den Abend zu wandern: Seit ich die kleine Dose bei mir trage, ist mir nichts mehr passiert.

Contra

Könnte nach hinten losgehen!

Nach den Ereignissen der Silvesternacht sollen die Bestellungen von Pfefferspray rasant in die Höhe geschnellt sein. Die Händler freut’s. In Deutschland ist Pfefferspray als Abwehrmittel gegen Tiere frei verkäuflich, in anderen europäischen Ländern gilt das Spray als gefährliche Waffe – Kauf, Besitz und Benutzung sind verboten. Beim Einsatz gegen einen Menschen muss eine nachprüfbare Notwehrsituation vorliegen.

Ich finde die Panikmache der Medien übertrieben. Von den rechtlichen Auflagen und Einschränkungen mal ganz abgesehen, bringt ein Pfefferspray zur Gefahrenabwehr nicht viel. Im ungünstigen Fall besitzt der Angreifer selbst ein solches Spray und setzt es zuerst ein. Es gibt andere Möglichkeiten, sich zu schützen. Selbstbewusstsein und vorausschauendes Denken gehören dazu.

Als Abschreckung taugt Pfefferspray nichts, einzig das Gefühl vermeintlicher Sicherheit wäre positiv zu bewerten. Vermutlich kommt der oder die Angegriffene gar nicht dazu, das Abwehrspray zu benutzen. Bis ich die kleine Dose aus der Tasche kramen, den Sicherheitsverschluss entfernen und das Spray einsatzbereit machen kann, hat der Täter längst zugelangt. In dieser Zeitspanne hätte ich erfolgreicher um Hilfe rufen, den Notknopf des Handys drücken oder mich anders wehren können.

Der Überraschungsmoment darf ebenfalls nicht unterschätzt werden. In der Panik könnte man die Dose verkehrt herum halten und sich selbst den Reizstoff ins Gesicht sprühen. Jetzt die Sprühdosen unter das Waffengesetz zu stellen, würde ich begrüßen, auch wenn das Kind längst “in den Brunnen gefallen” ist. Glaubt man den Medien, geht inzwischen jede zweite Frau mit der Erwartungshaltung aus dem Haus, dass sie überfallen werden KÖNNTE. Haben sie ja prima hinbekommen!



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