Marathons bis ins hohe Alter

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Marathons sind selbst für die meisten jungen Menschen etwas, was sie in ihrem Leben nie erreichen werden. Wir bewundern deshalb jeden, der diese Herausforderung meistert. Ist der Teilnehmer aber in einem hohen Alter, dann spielen gesundheitliche Überlegungen eine immer größere Rolle. Hier möchten wir zu einer Diskussion anregen, ob es eine Zeit gibt, ab wann Marathons laufen „zu viel“ ist. Oder ist es vielleicht einfach nur toll und erstrebenswert, dass man auch mit fortgeschrittenem Alter noch fit genug für eine solche sportliche Höchstleistung ist?

Pro

Marathonlaufen hält gesund und fit

Laufen ist eine Sportart mit vielen Vorteilen: Sie trainiert die Ausdauer und das Herz-Kreislauf-System, hilft beim Abbau von Übergewicht und senkt den Cholesterinspiegel. Damit bietet das Laufen beste Voraussetzungen dafür, sehr lange körperlich fit zu bleiben.

Zusätzlich werden beim Laufen Stresshormone abgebaut, der Körper wird durch die Bewegung im Freien mit viel Sauerstoff versorgt und kann Vitamin D produzieren. Außerdem ist Laufen fast immer und überall möglich, kostet wenig Geld und ist unkompliziert erlernbar.

Wer nicht nur „aus Spaß an der Freude“ laufen geht, sondern dabei einen (Halb-)Marathon zum Ziel hat, motiviert sich selbst optimal: Das Ziel vor Augen hilft, den inneren Schweinehund zu besiegen und über längere Zeit am Training „dranzubleiben“. Und das Glücksgefühl nach einem so großen Erfolg ist nach der Aussage vieler Sportler unbeschreiblich. Die Laufzeit ist dabei gar nicht ausschlaggebend, sondern das Gefühl, etwas Großes geschafft zu haben.

All das spricht dafür, auch bis ins hohe Alter hinein mit dem Marathonlaufen weiterzumachen. Wichtig ist nur, regelmäßig das Herz untersuchen zu lassen. Denn ein Lauf über 42 Kilometer (oder 21 bei einem Halbmarathon) ist natürlich eine Belastung für den Körper.

Wenn aber die Ärzte grünes Licht geben, ist das Laufen vielleicht sogar die beste Möglichkeit, lange Zeit fit, gesund und lebensfroh zu bleiben.

Contra

Im Alter als Herdentier unterwegs

Um Missverständnissen vorzubeugen: Ich denke, Menschen sollten sich selbst zuliebe bis ins hohe Alter aktiv Sport treiben. Genau das habe ich vor. Schon heute wandere ich begeistert durch die unterschiedlichsten Landschaften und laufe auch im Alltag regelmäßig. Aber Marathon muss es doch nun wirklich nicht sein.
Kann sein, es hängt damit zusammen, dass ich große Menschenaufläufe noch nie besonders mochte. Als „gesellschaftliche Mutprobe“ bezeichnet der Arzt Lutz Aderhold den Marathon angesichts extrem gestiegener Teilnehmerzahlen. Mir fällt da zuerst Einsteins Einwurf ein, man müsse vor allem ein Schaf sein, um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können. Warum sollte ich mit zunehmendem Alter als Herdentier unterwegs sein wollen? Nur der Fitness zuliebe?
Spaß beiseite. Es geht um mehr als 42 Kilometer, die da am Stück zu laufen sind. Marathon ist nicht Sport, sondern Extremsport. Mit Fitness hat das für mich nichts mehr zu tun. Immer wieder brechen einige Läufer am Straßenrand zusammen. Manche von ihnen stehen nie wieder auf. Es ist erwiesen, dass der Herzmuskel während eines Marathonlaufs (vorübergehend) geschädigt wird. Selbst ein monatelang trainierter Körper benötigt nach solch einem Lauf eine lange Regenerationsphase. Da frage ich mich doch, ob die Enthusiasten in dieser Zeit überhaupt in der Lage sind, mehr als ein paar Schritte am Tag zu laufen.
Ich trainiere moderat. Also brauche ich keine längeren Auszeiten, in denen sich mein geschundener Körper erholen muss. Womöglich laufe ich alles in allem sogar genauso viel wie ein Marathonläufer?



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