Weniger Stress. So vereinfachst du dein Leben.

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Der tägliche Stress beginnt schon mit dem Klingeln des Weckers: hektisch werden die Nachrichtenkanäle durchgeschaltet, im Stakkato die neuesten Statusmeldungen der anderen in den sozialen Medien kommentiert und zig ungebügelte Blusen werden erst an, dann wieder ausgezogen. Vor der Fahrt ins Büro muss der Hund auch noch raus und der Nachbarin wirft man nur einen genervten Gruß entgegen.

Mit schlechtem Gewissen schaut man dem Chaos im Wäschekorb entgegen und führt eine Liste, welche Bekannte mal wieder angerufen werden müsste. Abgerundet wird dieser alltägliche Rhythmus durch das latent schlechte Gewissen sich selbst gegenüber – denn eigentlich möchte man so gar nicht leben! Wie der Teufelskreis aus Stress und Überforderung durchbrochen werden kann, ist in den folgenden sieben Tipps auf den Punkt gebracht. So klappt die Entschleunigung bestimmt!

Unsere Tipps

1 Den Tag sinnvoll strukturieren

Wer an der Entschleunigung des Alltags arbeiten möchte, muss konsequent sein. Jeder Tag hat 24 Stunden. Doch irgendwie scheinen diese nie auszureichen. Für die Lieblingsserie im Fernsehen oder das stundenlange Online-Shopping nach Feierabend wird häufig viel zu spät das Licht ausgeschaltet. Die Quittung sind dick geschwollene Augen am nächsten Morgen und ein Schlafdefizit, welches sich durch die ganze Woche zieht. Doch das muss nicht so sein.

Strukturiere dir den Tag mit Zeitfenstern und teile diese sinnvoll auf. Wie viele Stunden Schlaf werden benötigt, wie viel Zeit fressen An- und Abfahrtswege zum Job auf, wie lange dauert die Essensvorbereitung und die unabdingbaren Erledigungen. Was dann noch übrig bleibt, sollte in einstündigen Einschätzungen aufgeteilt werden. Diese Zeitfenster können dann abwechselnd für Freizeit oder Hausarbeit genutzt werden. Dabei sollte eine gute Balance pro Woche entstehen. Zeitfresser werden so erkannt und eliminiert.

2 Schluss mit der täglichen Modenschau

Klar möchte man im Job gut aussehen. Doch muss dafür jeden Morgen der halbe Kleiderschrank durchprobiert werden? Wer hier mit Muße vorplant, verfügt nicht nur über einen großen Zeitpuffer jeden Morgen, sondern kann seine Garderobe auch sinnvoll zusammenstellen und manche neue Kombi herausfinden. Schon die begnadete Modeschöpferin Coco Chanel mahnte an, dass „Einfachheit der Schlüssel jeder wahren Eleganz ist“.

Stelle dir also zu Beginn der Woche einen Leitfaden von fünf Kombinationen zusammen, welche schlicht und praktikabel auf den Beruf und die Termine abgestimmt sind. Diese Auswahl kann dann immer noch jeden Morgen mit wenigen Details ergänzt werden. Das zeitaufwändige Durchforsten des Kleiderschrankes in der Frühe ist somit passé. Man ist in wenigen Minuten immer tadellos angezogen.

3 Minimalismus in Garderobe und Gedanken

Oft ist es symptomatisch: nicht nur der Kleiderschrank quillt über, sondern die Gedanken ebenso. Hier lohnt es sich, einmal ganz konkret die Bekleidung auszumisten und neuen Platz zu schaffen. In Schubladen und Regalen sammeln sich im Laufe der Jahre nämlich viele überflüssige Textilien an, die alles verstopfen und die Lust auf Neues nehmen. Was mehr als 12 Monate nicht getragen wurde, kann getrost aussortiert werden.

Dazu sollte man sich zwei Termine im Jahr vormerken. Wer sich schwer entscheiden kann, darf gerne ein Foto von sich in dem entsprechenden Teil schießen und es der besten Freundin schicken. Gibt sie das finale Okay, kann der Fummel in den Altkleidersack. Wer so seinen Textilbestand rigoros aufräumt, darf sich nicht nur an neu gewonnenem Platz erfreuen, sondern trennt sich endlich auch von blockierenden Erinnerungen und lüftet damit die Gedanken.

4 Einfach mal den Stecker ziehen

Die neuen Medien sind zu verführerisch. Ausgiebiges Surfen auf Rezeptseiten, ein paar Gesundheitstipps via Newsletter verfolgen, neue Wellness-Hotels liken und zur Entspannung noch ein paar Katzenvideos gucken. Doch ist die Freizeit dafür nicht viel zu schade? Hier hilft nur eiserne Disziplin. Da es meist wenig bringt, bestimmte Seiten nicht ansteuern zu wollen, hilft nur der komplette Verzicht.

Social-Media-Detox heißt der neue Trend, der durchaus seine Berechtigung hat. „Man sollte sich bewusst machen, für wie viele vergeudete Stunden das Tablet oder der Rechner letztlich stehen“ argumentiert Mediencoach Kristin Langer. Dabei helfen neue Apps, bei denen die Nutzungsdauer bestimmter Seiten vorher hinterlegt werden kann. Ist diese aufgebraucht, erfolgt automatisch die Abschaltung. Die so gewonnene Zeit kann zur Meditation oder zum Müßiggang genutzt werden.

Unsere Checkliste hilft dir dabei, Schluss mit der ständigen Erreichbarkeit zu machen.

5 Frühjahrsputz in den Finanzen

Die Telefonrechnung muss sowieso bezahlt werden, ob man dafür eine Überweisung ausfüllt und nach Feierabend zur Bank bringt, oder eben eine Einzugsermächtigung erteilt. Gleiches gilt für das Finanzamt, für Versicherungen, den Monatsbeitrag des Sportvereins oder das wichtige Spendenprojekt. Wer hier logisch plant, bringt seine Finanzen auf Vordermann. Wo es möglich ist, kann eine Einzugsermächtigung erteilt werden. Wenn es sinnvoll ist, kann zudem endlich einmal die überflüssige Versicherung gekündigt werden.

Wer auf Automatisierung setzt, kann sich über pünktliche Abgänge auf dem Konto freuen, die sich in der jährlichen Steuererklärung einfach und effektiv erfassen lassen. Der neue Minimalismus in den Bilanzen sorgt für Klarheit und neue Handlungsfreiräume. Manche Banken bieten auch die elektronische Übermittlung der Kontostände in Excel-Listen an. Das erspart das mühselige Aufschreiben und Nachhalten der Ein- und Abgänge.

6 Der Unterschied zwischen Bekannten, Freunden und Vertrauten

Wer viele Kontakte hat lebt zufriedener und länger, das beweisen Studien. Doch es kommt auf die Qualität der Menschen im Umfeld an. Man sollte lernen zu unterscheiden zwischen Personen, die langfristig für gute Gefühle stehen und Mitmenschen, die nur zum oberflächlichen Smalltalk dienen. Wer sein Leben vereinfachen möchte, sollte auch in die sozialen Strukturen blicken und diese kritisch hinterfragen.

Ganz praktisch gesehen kann das Telefonbuch im Smartphone eine Hilfe sein. Notiere hinter jeder Person, die dir wichtig ist, fünf Sternchen. Je weniger Sternchen hinter einem Namen stehen, desto weniger wichtig ist die Person tatsächlich. Mustere in den kommenden Monaten rücksichtsvoll und sachte jene Kontakte aus, zu denen sowieso kein enger Draht besteht. Es ist in jedem Fall reizvoller mit liebgewonnenen Menschen effektiv mehr Zeit zu verbringen, als sich in einer Flut von Bekannten zu verlieren.

Finde in unserem Test heraus, ob du eher die Einzelgängerin oder Partyqueen bist.

7 Zufrieden sein mit dem, was man hat

Es macht gute Laune, sich durch die Shopping-Mall treiben zu lassen und hier und da ein Schnäppchen zu machen. Doch werden die zig Seidentücher, Duftkerzen oder Kuschelsocken wirklich gebraucht? Quillt die Fensterbank nicht sowieso schon über vor lauter Windlichter und sind die Schränke nicht auch so schon zum Bersten gefüllt? Experimente damit, zukünftig etwas genügsamer zu sein. Wer versucht, dem Minimalismus in den eigenen Vier-Wänden mehr Platz einzuräumen, der darf sich nicht nur an weniger Staubfänger in der Stube erfreuen, sondern behält auch die Oberhand über die Finanzen.

Wenn tatsächlich etwas im Haushalt fehlt, darf es ruhig ein qualitativ hochwertiger Kauf sein, auf den man sich freut und die Anschaffung entsprechend zelebriert. Doch die vielen Gelegenheitskäufe strapazieren nur unnötig das Zeit- und Finanzkonto und verstopfen letztlich das Zuhause mit allerlei Tand. Beim nächsten Besuch im Einkaufszentrum kann man also mehr Zeit für die Mitmenschen und Stimmungen investieren und sich länger in ein Café lümmeln, als gehetzt die Wühltische abzuklappern.

!Wusstest du eigentlich...

Wer auf sich achtet und seine persönlichen Bedürfnisse streng ins Auge fasst, der kann sein Leben besser umkrempeln. So erinnert die Bremer Glücksforscherin Hilke Brockmann in einem Interview mit der „Welt“ daran, dass „es wichtig ist, Zeit mit guten Freunden zu verbringen, Sport zu treiben und viel zu schlafen“.

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