Über die Wechseljahre sprechen – noch dazu im Job?

Über die Wechseljahre sprechen – noch dazu im Job?

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Die Wechseljahre sind leider immer noch stark tabu-behaftet. Viele Frauen fürchten sich vor dem Älterwerden und den lästigen Symptomen, die mit der Menopause einhergehen können. Über die Wechseljahre sprechen, das tut man höchstens mit den besten Freundinnen, zu Hause, hinter verschlossenen Türen. Aber warum eigentlich? Ist es nicht längst Zeit, auch über diese wichtige Phase im Leben jeder Frau zu reden?

Warum sollten wir so tun, als würde sich nichts ändern, während der Wechsel uns ordentlich durcheinanderrüttelt? Wir geben dir Tipps, warum es sich lohnen kann, auch im Job über die Wechseljahre zu sprechen, und wie du dieses heikle Thema angehen kannst.

Unsere Tipps

1 Belastungen zu vertuschen bedeutet Überforderung

Manche Frauen merken von der Hormonumstellung in der Menopause nur wenig. Viele andere werden aber ordentlich gebeutelt, haben Hitzewallungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen. Dazu kommen dann noch die seelischen Schwierigkeiten, die viele Frauen haben: An die Wechseljahre, dieses deutliche Zeichen des Alterns und das Ende der fruchtbaren Phase, muss man sich erst einmal gewöhnen. Kein Wunder, dass viele Frauen in dieser Zeit nicht ganz so belastbar sind wie sonst. Alleine das kann ein guter Grund sein, das Thema auch im Job einmal vorsichtig anklingen zu lassen. Im Idealfall reagieren Chefs/Chefinnen und Kollegen/Kolleginnen verständnisvoll und unterstützen dich in besonders belastenden Phasen. In jedem Fall können sie leichter mit Reizbarkeit oder anderen Problemen umgehen, wenn sie den Grund dafür wissen.

2 Mach dich mit deinen Themen sichtbar

„Zu sich selbst stehen“, das ist ein wichtiges, für viele Frauen aber auch schwieriges Thema. In Zeiten, in denen du mit Änderungen zu kämpfen hast, wird das nicht leichter, aber umso wichtiger. Das ist auch im Wechsel nicht anders. Wie sollst du zu dir stehen können, wenn du einen wichtigen Teil deines Lebens verstecken willst? Wenn du stattdessen hin und wieder über deine Wechseljahre sprichst, gewinnst du deine Macht über dieses Thema zurück und machst dich sichtbar, so wie du jetzt bist. Probiere es doch einfach mal aus!

3 Hilf mit, Vorurteile zu überwinden

Die Menopause bedeutet längst nicht mehr, dass man jetzt zum alten Eisen gehört. Sie markiert schon lange nicht mehr das nahende Ende des Lebens, sondern bildet stattdessen eine Zäsur etwa in der Lebensmitte. Trotzdem ist die Angst vor den Wechseljahren noch immer groß: einerseits bei den Frauen, die Angst vor dem Älterwerden haben und nur wenig darüber wissen, was sie in den Wechseljahren erwarten wird. Zum anderen aber auch bei den Männern, die nicht wissen, wie sie mit diesem Thema und den Veränderungen bei den Frauen in ihrer Umgebung umgehen sollen. Also schweigt man die Menopause tot, und in diesem Schweigen können Vorurteile und Ängste gewaltig anwachsen. Wenn es dabei bleibt, dass Frauen kaum über die Wechseljahre sprechen, ändert sich an dieser unbefriedigenden Situation wenig. Hilf stattdessen mit, Vorurteile zu überwinden und anderen zu zeigen, dass die Menopause nicht das Ende des Frauseins oder gar des Lebens ist. Das gelingt, indem du über die Wechseljahre sprichst, nicht nur im Freundeskreis oder in der Familie, sondern durchaus auch im Job.

4 Bringe das Thema Menopause im Job zunächst vorsichtig an

Wenn du im Job über das Thema Menopause sprechen möchtest, dann sei dir bewusst, dass vielleicht nicht jeder gut damit umgehen kann. Durchaus möglich, dass du Gegenwind für deine Offenheit bekommst. Überfalle deine Kollegen/Kolleginnen oder den Chef/die Chefin deshalb nicht mit dem Thema und rede nicht stundenlang davon, sondern bringe es zunächst vorsichtig an. Zum „Vorfühlen“ eignet sich eine kleine spaßige Bemerkung zum Thema Wechseljahre. Schaue dir die Reaktionen an und entscheide dann, wann und wie du das Thema wieder anbringen kannst und willst.

5 Nimm das Thema Wechseljahre mit Humor

Auch wenn es dir gerade vielleicht nicht so gut geht: Jammern, lamentieren und schimpfen schreckt ab und sorgt oft für wenig Verständnis. Stattdessen ist die Gefahr groß, erst recht als „wunderlich“, „seltsam“ oder „hysterisch“ abgestempelt zu werden. Wenn du stattdessen das Thema Menopause mit Humor nimmst und eher locker und nebenbei darüber sprichst, schaffst du die richtige Basis für einen entspannten Umgang damit. Generell erleichtert Humor das Gespräch über heikle Themen, warum dann nicht auch bei diesem?

6 Suche dir Mitstreiterinnen und Unterstützerinnen

Wenn es dir schwerfällt, über solche „Frauendinge“ mit Männern zu sprechen, dann suche dir weibliche Unterstützung. Vielleicht gibt es eine Frau in deiner Abteilung, die in einem ähnlichen Alter ist wie du? Dann horche doch bei ihr mal vor, wie sie mit dem Thema Wechseljahre umgeht. Vielleicht könnt ihr euch zusammentun und das Thema bei passender Gelegenheit gemeinsam auf den Tisch bringen. Und wenn nicht, hast du vielleicht immerhin eine Unterstützerin, bei der du auch mal jammern kannst.

7 Akzeptiere keine abwertenden Sprüche

„Ist das wieder wegen deiner Wechseljahre?“ Im entsprechenden Tonfall vorgebracht ist dieser Satz nur ein Äquivalent zu „Hast du deine Tage?“. Beide Sprüche werten Frauen ab und tun so, als könnten Wut, „Zickigkeit“ oder Unnachgiebigkeit nur mit Hormonschwankungen zu tun haben. Solche Sprüche nähren die sexistischen Vorurteile von den „hysterischen“ Frauen. Falls dir im Job oder anderswo solche Abwertungen begegnen, wehre dich dagegen! Akzeptiere nicht, dass andere etwas so Natürliches wie die Menopause dafür verwenden, dich klein zu machen. Im Gegenteil: Viele Frauen finden gerade jetzt zu neuer Größe und Stärke. Setze sie ein!

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