Typisch Frau? Raus aus den gewohnten Geschlechterrollen!

Typisch Frau? Raus aus den gewohnten Geschlechterrollen!

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„Geschlechterrollen sind historisch gewachsen und daher veränderbar.“ Almut Schnerring
Auch im Jahr 2017 gibt es immer noch klare Vorstellungen, was „typisch Frau“ oder „typisch Mann“ ist.

Das Problem dabei: Viele Dinge, die Frauen zugeschrieben werden, schränken uns in unseren Möglichkeiten ein. Und wir machen dabei auch noch selber mit, indem wir uns – oft ganz ohne nachzudenken – in die Geschlechterrollen einfügen, die die Gesellschaft für uns vorsieht.

Frauen können nicht Auto fahren, nicht mit Technik umgehen, nicht handwerken, … Schluss damit! Wage dich raus aus diesem einschränkenden Frauenbild und bestimme selbst, was „typisch Frau“ ist!

Unsere Tipps

1 Frauen können alles lernen – genau wie Männer!

Eigentlich wissen wir es natürlich, dass wir nicht dümmer sind als Männer. Und trotzdem sitzen bestimmte Klischees in unseren Köpfen fest: Frauen sind nicht so gut in Mathe, können mit Technik nicht umgehen, nicht gut einparken und schon gar nicht handwerken. Das Schlimmste dabei ist: Unsere Erfahrung scheint uns recht zu geben. Tatsächlich sind es hauptsächlich Männer, die Reifen wechseln, Trockenbauwände aufbauen und den Fernseher reparieren. Dafür gibt es zwei Gründe:

Zum einen arbeiten die Rollenklischees in diesem Fall für die Männer: Ihnen wird von klein auf erzählt, dass sie in diesen Dingen gut seien. Damit steigt natürlich ihr Selbstbewusstsein in diesen Bereichen. Und selbst wenn ihnen Technik oder Handwerken gar nicht besonders liegt, versuchen sie sich trotzdem darin. Denn das wird in unserer Gesellschaft von einem „echten Mann“ erwartet. Gleichzeitig wird Mädchen und Frauen beigebracht, bestimmte Dinge lieber einen Mann erledigen zu lassen.

Zum anderen lernen viele Männer aber schon als Jungen, Dinge zu reparieren, mit Computern umzugehen und handwerkliche Tätigkeiten durchzuführen. Tatsächlich ist das in erster Linie eine Frage der Übung: Wenn dir noch nie jemand richtig gezeigt hat, wie man mit einer Bohrmaschine umgeht, ist es kein Wunder, dass du es nicht kannst. Das hat dann aber nichts damit zu tun, dass du eine Frau bist, sondern nur damit, dass es dir (im Gegensatz zu den meisten Männern) nicht gezeigt wurde.

Verabschiede dich von der Vorstellung, was du als Frau alles nicht kannst und versuche es einfach mal. Sei dabei gnädig mit dir und lass dir Zeit. Neue Fähigkeiten brauchen Zeit, bei Männern wie bei Frauen. Übrigens: Wenn dir niemand erklären kann, wie etwas funktioniert (oder du es selbst lernen möchtest), schau dich einfach mal im Internet nach Lehrvideos und Tutorials um. Damit kannst du viele neue Fähigkeiten Schritt für Schritt lernen.

2 Kleide dich, wie du willst!

„Neutrale“ Kleidung für Männer und Frauen gibt es kaum. Noch schlimmer ist es bei kleinen Kindern: Da findet man kaum etwas außerhalb von Rosa-mit-Schleifen-und-niedlichen-Häschen oder Blau-mit-Autos-und-Superhelden. Ganz so ist es bei Kleidung für Erwachsene nicht mehr. Trotzdem soll Kleidung für Frauen „feminin“ sein und bedient sich dabei häufig typischer Klischees.

Seit einigen Jahren beginnen aber viele Designer, mit den Rollenklischees zu brechen: Sie lassen männliche Models in Brautkleidern auftreten, kleiden Frauen in Military-Jacken mit besonders breiten Schultern oder in kastenförmige Oberteile, die die weiblichen Formen unsichtbar machen. Die Geschlechtergrenzen verschwimmen auch in der Mode, und das ist auch gut so: Schließlich sind Grenzen immer einengend.

Unser Tipp für dich: Trage einfach das, was dir gefällt. Wenn du Kleider und zarte Farben magst: Prima! Wenn du dich in bequemer Jeans und Holzfällerhemd wohler fühlst: Genauso prima! Verabschiede dich vom Anspruch, dass Kleidung besonders feminin sein muss. Hauptsache, du fühlst dich wohl!

3 Schluss mit dem Klein-Mädchen-Gehabe!

Ein unterwürfig gesenkter Kopf mit einem niedlichen Blick nach oben, eine vorgeschobene Unterlippe und eine möglichst hohe Stimme, die „Biiiiiiitte“ sagt: Bei kleinen Mädchen lässt uns ein solches Verhalten dahinschmelzen, und das kann ganz schön schädlich sein. Wir bringen Mädchen dadurch nämlich bei, dass sie möglichst hilflos und unterwürfig wirken sollten, damit sie ihre Wünsche erfüllt bekommen.

Leider verhalten sich auch viele erwachsene Frauen noch sehr mädchenhaft: Sie trippeln in kleinen Schritten durchs Leben, reißen die Augen zu Kulleräuglein auf und blicken den Mann, der ihnen hilft, bewundernd an. Das Schlimmste dabei: Oft kommen solche Mädchen-Frauen mit ihrem Verhalten auch noch durch. Beobachtest du bei dir selbst auch manchmal klein-mädchenhaftes Verhalten? Dann mach Schluss damit! Schließlich bist du eine gestandene Frau, die sich nicht unterordnen muss!

4 Du hast keine Verpflichtung, schön zu sein

Frauen sind das „schöne Geschlecht“, heißt es oft. Die Notwendigkeit, schön zu sein, wird Mädchen schon von klein auf angewöhnt. Da geht es um hübsche Puppenkleider, um Haarspängchen und Nagellack. Später bekommt man dann Ratschläge zu hören wie: „Kneif die Augen nicht zusammen, das gibt Falten!“. „Hässlich“ ist eine sehr wirkungsvolle Beleidigung Frauen gegenüber, weil wir gelernt haben, dass wir schön sein sollen. Viele Frauenrechtlerinnen wehren sich gegen diesen Anspruch: Wir müssen nicht schön sein! Niemand anders hat das Recht darauf, dass wir schön sind. Warum auch? Auch hier gilt: Sei so, wie du dich wohlfühlst. Wenn es dir Spaß macht, dich schön zu machen, dann tu es. Aber fühle dich nicht verpflichtet dazu.

5 Achte auf deine Gedanken

„Typisch Frau!“, „Frau am Steuer – das wird teuer!“, „Naja, du weißt ja, wie das mit Frauen und Technik so ist.“ Ertappst du dich dabei, dass du mit solchen oder ähnlichen Frauenbildern kokettierst oder dich selbst damit belegst? Wenn ja, solltest du möglichst schnell damit aufhören, denn Gedanken und Worte haben große Macht und beeinflussen unser Handeln sehr stark. Überlege dir einen positiven Gedanken, den du deinem Klischeebild entgegensetzen kannst, zum Beispiel: „Ich kann das (noch) nicht so gut. Das hat nichts damit zu tun, dass ich eine Frau bin.“

6 Gib Rollenklischees nicht an die nächsten Generationen weiter

Vieles, was wir an Rollenbildern im Kopf haben, stammt aus unserer Kindheit. Schon in frühen Jahren werden Vorstellungen darüber geprägt, wie Jungen und Mädchen beziehungsweise Männer und Frauen sein sollten. Wenn dich selbst die Rollenbilder stören, in denen du dich befindest, solltest du deshalb darauf achten, sie möglichst wenig an deine Kinder und Enkelkinder weiterzugeben. Verzichte auf Sprüche wie „Ein Junge weint doch nicht“ oder „Für ein Mädchen bist du ganz schön aufmüpfig“. Und schenke keine zu stark geschlechtstypischen Spielsachen und Kleidungsstücke, wenn sie nicht gezielt gewünscht werden. So haben Kinder bessere Chancen, herauszufinden, was Mann- oder Frausein für sie persönlich bedeutet.

7 Sei anderen Frauen gegenüber solidarisch

Frauen, die die typischen Rollenbilder verlassen und in irgendeiner Art „anders“ sind, müssen oft mit viel Gegenwind umgehen, leider auch von Frauen. Auf diese Weise zementieren Frauen selbst die Klischees, die sie einengen. Zeig dich stattdessen solidarisch mit anderen Frauen, ganz egal, wie sie ihr Leben leben. Damit stärkst du sie und indirekt auch dich und deine Möglichkeiten.

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