Diese Tipps und Hausmittel helfen gegen Hämorrhoiden

Diese Tipps und Hausmittel helfen gegen Hämorrhoiden

  • FacebookWhatsAppEmailShare
  • Bewerten:  
    Diese Tipps und Hausmittel helfen gegen Hämorrhoiden
    4.3 (11)

Jede Frau hat Hämorrhoiden. Sie gehören zum Venengeflecht unter der Schleimhaut des Enddarms und erfüllen dort eine wichtige Funktion. Im Zusammenspiel mit dem Schließmuskel sorgen sie dafür, dass der Darmausgang abgedichtet wird. Insofern benötigen wir sie dringend. Hämorrhoiden sind also keine Krankheit.
Unangenehm ist es deshalb erst, wenn sie anschwellen. Dann sind sie beim Toilettengang, mitunter auch beim Sitzen spürbar, eventuell sogar als Verdickungen am After tastbar. Außerdem können sie bei Vergrößerung Druckgefühle hervorrufen. Auch Juckreiz in der Analregion, ein nässender After oder Blutanhaftungen am Stuhl können Hinweise auf erweiterte Hämorrhoiden sein.

Zum Glück gibt es ein paar Hausmittel, die dagegen helfen.

Unsere Tipps

1 Ballaststoffreiche Kost gegen Verstopfung und Hämorrhoiden

Egal ob kurzfristig oder chronisch – Verstopfung (Obstipation) führt zum verstärkten Pressen beim Stuhlgang. Der dabei entstehende Druck auf die Gefäßwände des Enddarms presst die Hämorrhoiden zusammen, die daraufhin anschwellen und bei zu hohem Druck in den Bereich außerhalb des Afters ausweichen.
Der regelmäßige Verzehr von reichlich Ballaststoffen ist deshalb ein probates Hausmittel gegen Hämorrhoiden. Besonders reich an Ballaststoffen sind Obst, Gemüse und Vollkornprodukte. Faserreiche Obst- und Gemüsesorten wie Rhabarber oder Spargel sollten ebenfalls regelmäßig auf dem Speiseplan stehen.
Ballaststoffe sind Nahrungsbestandteile, die vom Körper unverdaut ausgeschieden werden. Dazu gehören insbesondere Pflanzenfasern. Da sie das Stuhlvolumen vergrößern, befördern sie eine regelmäßige Verdauung und beugen Verstopfungen vor, die eine wesentliche Ursache für vergrößerte Hämorrhoiden sind.

2 Nahrungsmittel essen, die das Anschwellen bremsen

Es gibt Lebensmittel, die besonders reich an Schleimstoffen sind. Dazu zählen Leinsamen, Flohsamen, Weizen- und Dinkelkleie, Buchweizen und Rosskastanie.
Im Verdauungsprozess werden die in diesen Nahrungsmitteln enthaltenen Schleimstoffe freigesetzt und sorgen für einen reibungslosen Transport des Darminhalts bis hin zum Ausscheiden.
Jede Frau kann ihre Verdauung mit diesen Nährstoffen wirkungsvoll unterstützen und damit erreichen, dass ihre Hämorrhoiden nicht so leicht anschwellen. Einfach morgens einen Esslöffel Leinsamen oder einen Teelöffel Flohsamen zum Müsli geben, unter Joghurt oder andere Desserts rühren. Leinsamen gehören mittlerweile zum Angebot in jedem Supermarkt. Im Reformhaus oder im Biomarkt sind Flohsamen erhältlich; ebenso wie Extrakte aus Buchweizen oder Rosskastanie.
Wichtig: Leinsamen müssen gebrochen sein, da sie sich in den Darmwindungen festsetzen könnten und es zur Bildung von Polypen kommen kann. Ferner ist ganz wichtig, dass Lein- und Flohsamen in Wasser eingeweicht werden, da sie sonst dem Darm Flüssigkeit entziehen, was kontraproduktiv wäre. Auch können unverdaute ganze Leinsamen bei hartem Stuhl kleine Risse am After erzeugen.

3 Reichlich trinken unterstützt den Darm

Führen wir unserem Körper zu wenig Flüssigkeit zu, greift er zunächst auf Reserven im Körperinneren zurück, auch auf im Darm vorhandene Flüssigkeit. Um das zu verhindern, sollte jeder Erwachsene pro Tag mindestens zwei Liter trinken. Wenn Probleme mit Hämorrhoiden bestehen, ist es besonders dringend empfohlen, diese Trinkmenge tatsächlich zu sich zu nehmen. Am besten eignen sich stilles Wasser, ungesüßter Tee und Saftschorlen.
Ausreichend Flüssigkeit sorgt dafür, dass Ballaststoffe im Darm aufquellen. Damit vergrößert sich das Volumen des Darminhalts und die beim Verdauungsprozess entstehen Abbauprodukte werden gleichmäßig feucht gehalten. Das sorgt dafür, dass sie leichter ausgeschieden werden können, also beim Stuhlgang nicht heftig gepresst werden muss, was Hämorrhoiden gar nicht mögen.

4 Körperliche Ertüchtigung gegen das Anschwellen

Körperliche Bewegung regt den Kreislauf an und sorgt für eine bessere Durchblutung der Blutgefäße. Dazu gehören selbstverständlich auch alle in der Darmschleimhaut befindlichen Gefäße inklusive der Hämorrhoiden. Gute Durchblutung erhöht zugleich die Elastizität der Gefäßwände, was dazu führt, dass kurzzeitige Ausdehnungen sich schneller wieder zurückbilden. Damit verhindert regelmäßige Bewegung auch anhaltend erweiterte Hämorrhoiden.
Die Art der Bewegung ist dabei eher nebensächlich. Vielmehr kommt es darauf an, sich regelmäßig zu bewegen. Ob Joggen oder Wandern, Aqua-Fitness oder Schwimmen, Yoga, Gymnastik, Seilspringen, Volleyball oder irgendein anderer Sport – reichlich Bewegung wirkt schmerzhaften Hämorrhoiden entgegen. Bei akuten Beschwerden sind jedoch Sportarten, die sitzend ausgeführt werden – wie z.B. Radfahren oder Paddeln – nicht zu empfehlen.

5 Fußbank vermindert Druck auf den Darm

Zu viel Druck auf den Darm kann dazu führen, dass Hämorrhoiden anschwellen oder sogar aus dem After hervortreten. Ist beim Stuhlgang heftiges Pressen erforderlich, wird starker Druck aufgebaut. Das geschieht, wenn der Stuhl besonders hart ist sowie bei Menschen, die zur Verstopfung neigen. Verantwortlich dafür, wie viel Druck beim Toilettengang entsteht, ist jedoch auch die Position des Körpers beim Ausscheiden. Untersuchungen haben gezeigt, dass in Kulturen, in denen die Leute eher hocken als sitzen, wenn sie ihr „großes Geschäft“ verrichten, deutlich seltener Verstopfungen und Probleme mit Hämorrhoiden auftreten. Nachahmen lässt sich die Position des Körpers beim Hocken, indem vor die Toilette ein niedriger Hocker oder eine Fußbank gestellt und der Oberkörper leicht nach vorn gebeugt wird. Ein echter Geheimtipp gegen Hämorrhoiden.

6 Eiswürfel aus dem Gefrierfach bei akuten Beschwerden

Sind Hämorrhoiden bereits stark angeschwollen, ist eine schnelle Linderung der Schmerzen gefragt. Kühlende Auflagen können Schwellungen zum Abklingen bringen oder zumindest reduzieren. Das funktioniert bei Hämorrhoiden ebenso wie bei Prellungen oder Verstauchungen.
Erste Hilfe bieten deshalb Eiswürfel. Diese werden am besten in ein sauberes Baumwolltaschentuch gewickelt oder in einen Waschhandschuh gelegt und dann auf den After gedrückt. Eine andere Möglichkeit ist es, sich auf den Bauch zu legen und die Kühlkompresse zwischen die Pobacken zu klemmen. Findet sich im Gefrierfach ein kleines Gelkissen, kann es natürlich auch genutzt werden – ebenfalls in ein sauberes Tuch verpackt. Wem diese Behandlung zu intensiv ist, der kann einfach das Taschentuch oder den Waschlappen mit kaltem Wasser benetzen und als kühlende Auflage benutzen.

7 Sitzbäder mit entzündungshemmenden Wirkstoffen

Ein altes Hausmittel, das sich bei der Behandlung von Hämorrhoiden bewährt hat, sind Sitzbäder, denen Auszüge entzündungshemmender Heilpflanzen beigegeben werden. Aufgrund ihres hohen Gehalts an Gerbstoffen und der damit einhergehenden adstringierenden (zusammenziehenden) Wirkung eignet sich vor allem Eichenrinde als Badezusatz.
Für ein Sitzbad kann sowohl eine nur etwa zu einem Drittel gefüllte Badewanne als auch eine geeignete Schüssel genutzt werden. Weil sehr warmes Wasser die Gefäße erweitert, sollte das Wasser für ein Sitzbad gegen von Hämorrhoiden verursachte Entzündungen oder Juckreiz höchstens Körpertemperatur haben. Empfohlen werden ein bis zwei Sitzbäder pro Tag, jeweils für die Dauer von etwa fünf Minuten.
Am einfachsten lässt sich der Badezusatz mit Eichenrindenextrakt oder fertigen Badezusätzen aus der Apotheke oder Drogerie entsprechend der Packungsanweisung dosieren. Wer den Extrakt selbst herstellen möchte, benötigt Eichenrinde, die ebenfalls in der Apotheke erhältlich ist. Pro Liter Wasser werden 100 Gramm Eichenrinde zugegeben, die Mischung wird zum Kochen gebracht, etwa 15 Minuten gekocht und dann abgeseiht.

.

.