Glück in dem finden, was man schon hat

Glück in dem finden, was man schon hat

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Mit der Haltung „Ich will glücklich sein“ polen wir uns auf eine positive Sichtweise. Die macht uns aktiv – und sehr oft wird daraus eine sich selbst erfüllende Prophezeiung. Dr. Eva Wlodarek

Glück ist ein vielschichtiger Begriff. Zum Glück gehören viele Dinge, deren Gewichtung sich individuell unterscheiden kann, zum Beispiel soziale Bindungen, Selbstverwirklichung, Gesundheit, Freiheit oder finanzielle und physische Sicherheit.

Bei einem Punkt sind sich Forscher jedoch einig: Glücklichsein liegt zu einem großen Maße an der inneren Einstellung. Nicht umsonst schnitten in Bewertungen der Zufriedenheit und des Glücksempfindens viele verhältnismäßig arme Länder mit Abstand besser ab als sämtliche mitteleuropäischen Länder. Möglicherweise liegt das daran, dass wir verlernt haben, unser Glück in dem zu finden, was wir schon haben.

Mit den folgenden Tipps kannst du dir bewusst machen, dass du eigentlich schon alles hast, was du zum Glücklichsein brauchst.

Hier findest du außerdem Anregungen, wie du in 60 Sekunden deine Glücksgefühle aktivieren kannst.

Unsere Tipps

1 Bestandsaufnahme machen und kurz Zeit nehmen, um dankbar zu sein

Es klingt abgedroschen, wenn man hört: Anderen geht es schlechter als dir, also sei zufrieden. Doch es ist wahr. Es kann helfen, eine Bestandsaufnahme zu machen. Mach dir eine Liste und schreibe alles auf, was in deinem Leben positiv ist. Vergiss dabei nicht die grundlegenden Dinge. In deinem Land herrscht kein Krieg, du bist vielleicht keine Millionärin aber du bist finanziell versorgt. Sicher fallen dir noch viel mehr Dinge ein. Nimm dir Zeit, ganz bewusst einmal dankbar für alles zu sein, was du hast. Unabhängig von allen weiteren Wünschen oder Problemen.

2 Was brauche ich wirklich? Inneres vs. äußeres Glück

Wie glücklich wir sind, hängt nur bedingt von äußeren Faktoren ab. Sind unsere äußeren Bedürfnisse zu einem Mindestmaß befriedigt, haben wir also Essen, Trinken, ein Dach über dem Kopf und ein funktionierendes soziales Umfeld, dann hängt das Glück im immer stärkeren Maße an uns selbst. Glück liegt nicht in Geld oder Erfolg, sondern ist eine innere Einstellung. Mehr als das Streben nach materiellen Dingen hilft also, wenn du innere Ruhe und Zufriedenheit anstrebst, zum Beispiel in Form von Entspannungstechniken oder Tätigkeiten, die es dir ermöglichen, dich selbst zu verwirklichen.

3 Geld allein macht nicht glücklich. Das lässt sich sogar beweisen.

Glücksforscher zeigen immer wieder, dass Geld wenig mit Glück zu tun hat, solange es nicht um wirkliche, tiefe Armut geht. Ein Beispiel: Menschen, die im Lotto gewonnen haben, schätzen sich zunächst glücklicher ein, nach kurzer Zeit aber wieder genauso (manchmal sogar schlechter) als zuvor. Dauerhaft glücklich hingegen sind anscheinend Menschen aus Costa Rica und Mexico, sagt der „Happy Planet Index“, der das Glücksempfinden weltweit vergleicht. Und das, obwohl die Einkommen dort sehr viel niedriger sind als in europäischen Ländern (im Vergleich: Deutschland liegt bei 140 befragten Ländern weltweit auf Platz 49, Österreich auf Platz 43, die Schweiz auf Platz 24).

4 Die Glückskurve oder warum du vielleicht von selbst wieder glücklicher wirst

Trägt man das individuelle Glücksempfinden gegen das Alter auf, sieht diese Glückskurve wie ein „U“ aus. Vom Jugendalter an sinkt das Glücksempfinden, erreicht einen Tiefpunkt mit (im Schnitt) 43 Jahren und steigt dann wieder an. Für Frauen im mittleren Alter sind das trotz des „Glücks-Tiefpunktes“ gute Aussichten. Denn zum einen zeigt es, dass wir nicht grundlos unglücklich sind. Wir befinden uns einfach in einem schwierigen Lebensabschnitt – nach der Zeit der jugendlichen Unbeschwertheit, aber noch vor der Weisheit des Alters. Zum anderen zeigt die Kurve auch: Ab der Lebensmitte geht es nur noch bergauf und es fällt uns immer leichter, innerer Zufriedenheit und Glück zu finden.

5 Glück kann man lernen: Übe dich in Achtsamkeit

Achtsamkeit bedeutet, den Augenblick bewusst wahrzunehmen. In Sachen Glück bedeutet das, wieder zu merken, wie viele kleine Glücksmomente der Alltag eigentlich beinhaltet. Wenn du es schaffst, dich an kleinen Dingen zu erfreuen, bist du glücklicher. Viele kleine frohe Momente bewirken nämlich viel mehr, als ein großer. Nimm deine Umwelt deshalb mit allen Sinnen wahr und freue dich ganz bewusst über alles, was schön ist. Das kann buntes Herbstlaub, der Geruch deines Cappuccinos, der blaue Himmel oder ein liebes Wort einer Freundin sein. So kann fast jede Situation zu einer Glücksquelle werden.

6 Glücklicher werden mit einer Glücksübung vor dem Einschlafen

Für die Glücksübung musst du jeden Abend vor dem Einschlafen an drei positive Dinge denken. Das kann etwas sein, was an dem Tag besonders gut gelaufen ist, was generell in deinem Leben positiv ist oder worauf du stolz bist. Das klingt einfach, aber zwei Dinge solltest du beachten: Denke jeden einzelnen Abend daran. Und lasse negative Gedanken nicht zu, die oft aufkommen, wenn du den Tag auf der Suche nach Glücksmomenten Revue passieren lässt. Sage diesen störenden Gedanken ganz deutlich: Für euch ist jetzt kein Platz. Ihr seid frühestens morgen wieder dran.

7 Lächeln, Lachen und mit Humor durchs Leben gehen

Lachen hält gesund, setzt Glückshormone frei und wirkt sich laut wissenschaftlicher Studien auch körperlich positiv aus. Schon ein Lächeln kann dazu beitragen, dass du dich besser fühlst. Darum solltest du möglichst viele Dinge unternehmen, die dir Spaß machen. Umgebe dich mit Menschen, die dich zum Lachen bringen, spiele mit Kindern oder schaue lustige Filme. Falls du in letzter Zeit weniger gelacht hast: Keine Sorge, häufiges Lachen kann man wieder lernen. Und wer viel lacht, der schätzt sich selbst glücklicher ein.

!Wusstest du eigentlich...

Seit 2007 steht in einer Schule in Heidelberg das Schulfach „Glück“ auf dem Lehrplan, das sogar für das Abitur zählen kann. Schuldirektor Ernst Fritz-Schubert ist überzeugt, dass jeder Schüler lernen kann, sich in seinem Körper und seinem Umfeld wohlzufühlen.

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