Entrümpeln – mit weniger Besitz zu mehr Zufriedenheit

Entrümpeln – mit weniger Besitz zu mehr Zufriedenheit

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“Gerümpel sammelt sich, wenn Energie stagniert, und umgekehrt stagniert Energie, wo sich Gerümpel sammelt.“Karen Kingston, Autorin und Coach
Wenn wir nicht aufpassen, vermehrt sich unser Besitz unkontrolliert. Wir kaufen hier die nette Bluse und dort das hübsche Schüsselset – ist ja auch gerade so günstig. Dazu kommen noch all die Dinge, die wir geschenkt bekommen, die Erinnerungsstücke an frühere Erlebnisse und vor allem jede Menge Alltagskrempel. Die Folge, wenn wir zu selten entrümpeln: All die Dinge verstopfen früher oder später unsere Wohnung. Sie machen Arbeit, denn sie müssen ständig aufgeräumt, gesäubert und sortiert werden. Gleichzeitig machen sie diese Arbeit aber immer schwieriger: Schließlich ist das Ordnunghalten umso komplizierter, je mehr Dinge untergebracht werden müssen. Gerümpel nimmt uns Platz und Raum in unserem Zuhause. Und es nimmt uns Energie: In einer Wohnung mit zu viel Kram bekommt man leicht das Gefühl, keine richtige Luft mehr zum Atmen zu haben. Da hilft nur eins: Entrümpeln! Werde Dinge los, die du nicht mehr brauchst, und finde mit ein wenig mehr Minimalismus zu neuer Leichtigkeit. Wir zeigen dir, wie du beim Entrümpeln vorgehen kannst.

Unsere Tipps

1 Mach dir klar: Was bringt mir das Entrümpeln?

Klar: Eine Entrümpelungsaktion macht Arbeit, kostet Zeit und ist vielleicht auch schwierig für dich. Deshalb solltest du dir klarmachen, warum es sich lohnt, Dinge loszuwerden:

  • Jedes Teil, das du jetzt weggibst, musst du nie wieder aufräumen oder reinigen.
  • Wenn weniger Kram herumsteht, sparst du jede Menge Zeit und Nerven bei der Hausarbeit.
  • Je weniger Dinge du hast, umso leichter ist es, Ordnung zu halten. Das heißt: Du sparst weitere Zeit, die du sonst mit Suchen verbracht hättest.
  • Manches, das bei dir ungenutzt herumsteht, kann jemand anderem vielleicht noch Freude machen.
  • In einer weniger vollgestellten Wohnung fühlen sich die meisten Menschen einfach wohler.
  • Freier Platz in den Schränken und Regalen bedeutet auch: Du kannst wieder Neues in dein Leben einladen, statt dich nur mit Altem zu beschäftigen.
  • Es bringt eine ganz eigene Art der Leichtigkeit mit, sich von Dingen zu trennen: Du erkennst, auf was du eigentlich verzichten kannst und wie wenig du wirklich brauchst.
2 Entscheidungshilfe: Was darf bleiben?

Die schwierigste Aufgabe beim Entrümpeln ist die Frage: Was kann weg und was darf bleiben? Die Antwort ist: Vermutlich kannst du viel mehr entsorgen, als du zunächst denkst. Diese Fragen können dir bei deiner Entscheidung helfen:

  • Ist der Gegenstand heil und in gutem Zustand? (Kaputte, abgetragene oder schäbige Dinge können fast immer weg.)
  • Wann habe ich den Gegenstand zum letzten Mal benutzt? (Wenn es länger als ein Jahr her ist, ist die Chance hoch, dass du ihn eigentlich gar nicht brauchst.)
  • Wie schwierig wäre der Gegenstand zu ersetzen, falls ich ihn doch noch einmal brauche? (Dinge, die du jederzeit von Freunden leihen oder für wenig Geld nachkaufen könntest, musst du wirklich nicht jahrelang ungenutzt horten.)
  • Habe ich einen Gegenstand mehrfach, obwohl ich ihn eigentlich nur einmal brauche? (Dann wähle das schönste oder hochwertigste Exemplar aus und gib den Rest weg.)
  • Fühle ich mich gut, wenn ich den Gegenstand anschaue oder in die Hand nehme? (Alle Dinge, die mit schlechten Gefühlen verbunden sind oder dir eigentlich gar nicht gefallen, solltest du aus deinem Leben verbannen.)
  • Würde es mir auffallen, wenn der Gegenstand plötzlich verschwunden wäre? (Wenn nicht, kann er ja nicht so wichtig sein.)
  • Wenn der Gegenstand verschwunden wäre, würde ich ihn ersetzen? (Wenn nicht, dann brauchst du ihn wahrscheinlich auch jetzt nicht besonders dringend.)

Achtung! Es gibt Argumente, die so tun, als seien sie gute Entscheidungshilfen, dich tatsächlich aber nur behindern:

  • Aber es war mal so teuer! (Selbst wenn: Was nützt dir der teuerste Gegenstand, wenn du ihn nicht brauchst?)
  • Aber das war ein Geschenk! (Du hast keine Verpflichtung, Geschenke ewig aufzubewahren. Wenn es dir nicht gefällt oder du es nicht brauchst, dann gib es weiter oder wirf es weg.)
  • Aber ich habe es noch nie benutzt, das muss ich erst noch machen! (Gerade bei Kleidungsstücken kommt es vor, dass wir völlig danebengreifen und dann Dinge im Haus haben, die wir noch niemals benutzt haben. Auch Bücher liegen oft jahrelang ungelesen im Regal, weil sie dann doch nicht so interessant waren. Dass etwas noch nie benutzt wurde, kommt uns manchmal vor, als wäre es ein Argument gegen das Wegwerfen, tatsächlich ist es aber der beste Grund, das Ding schnell loszuwerden.)
  • Aber es ist ein Erinnerungsstück! (Erinnerungsstücke sind großartig, dürfen aber nicht überhand nehmen. Auch hier kannst du deutlich reduzieren.)
  • Aber das kann ich leicht reparieren! (Die Gefahr ist groß, dass das kaputte Teil auch noch in Jahren unrepariert in deinem Keller liegt. Tipp: Beschrifte den Gegenstand mit einem Datum in ein oder drei Monaten. Wenn du ihn bis dahin nicht repariert hast, wirf ihn weg.)
3 Große Aktion oder schrittweises Vorgehen?

Es gibt zwei sehr unterschiedliche Herangehensweisen, um deine Wohnung zu entrümpeln: in einer großen Hauruck-Aktion oder in einzelnen Häppchen. Beide Varianten haben Vor- und Nachteile:

Eine große Entrümpelungsaktion …

  • bringt schnell große Fortschritte
  • ermöglicht es dir, auch über die grundsätzliche Struktur der Wohnung nachzudenken
  • erfordert kein „Dranbleiben“ über einen langen Zeitraum
  • kann aber auch in die Hose gehen, wenn du nicht fertig wirst: dann hast du alles Mögliche angefangen und das Chaos in deiner Wohnung ist noch größer
  • muss geplant werden und braucht wenigstens einen Tag (meist eher mehr) am Stück; die Gefahr, dass es bei einem schönen Plan bleibt und nie umgesetzt wird, ist groß

Das schrittweise Vorgehen …

  • ist auch im Alltag gut machbar: eine Schublade oder ein Fach des Kleiderschrankes schafft man auch mal zwischendurch
  • hilft beim Aufbau von Routinen: Entrümpeln ist eine Daueraufgabe, die du immer wieder im Blick behalten solltest
  • bringt keine so große Hemmschwelle zum Anfangen mit
  • kann aber leicht in Vergessenheit geraten; dann sind zwar vier Schubladen entrümpelt, der Rest bleibt aber, wie er ist
4 So entrümpelst du Bücher und Erinnerungsstücke:

Bücher und Erinnerungsstücke sind für viele besonders schwer zu entsorgen. Der Sand vom Strandurlaub von vor sechs Jahren, das letzte Geschenk von Opa Rudi und die Vorschulzeichnungen der Kinder kann man doch nicht so einfach entsorgen! Auch Bücher gehören für viele Menschen zu Erinnerungsstücken: Schließlich hat die Geschichte uns vielleicht sehr beeindruckt.

Aber auch Erinnerungsstücke verstopfen Platz und Energie, wenn sie überhandnehmen. So reduzierst du sie:

  • Alles, was mit negativen Erinnerungen und Gefühlen verbunden ist, solltest du loswerden. Warum solltest du dich mit einem Erinnerungsstück belasten, das dir nicht gut tut? Sammle lieber die schönen Erinnerungen!
  • Du musst nicht jedes Buch aufheben, nur um dich an die Geschichte zu erinnern. Schreibe stattdessen ein Lesetagebuch und notiere deine wichtigsten Gedanken zu jedem Buch, das du liest. Dann kannst du es auch weiterverschenken oder verkaufen. Ganz ehrlich: Bis auf wenige Ausnahmen kannst du dir ein Buch auch jederzeit wieder organisieren, wenn du es wirklich noch einmal lesen willst.
  • Kinderzeichnungen und Basteleien kannst du digitalisieren: Fotografiere sie einfach oder scanne sie ein und wirf die Originale weg. Dann sind sie nicht verloren, nehmen aber keinen unnötigen Platz mehr weg.
  • Auch andere Erinnerungsstücke lassen sich digital aufbewahren: Vielleicht brauchst du den Gegenstand selbst gar nicht mehr, sondern ein Foto davon genügt, um dich zu erinnern?
5 In schwierigen Fällen: Hole dir Helfer!

Wenn dir das Entrümpeln ganz leicht von der Hand geht: Super! Aber vielleicht stellst du auch fest, dass es dir sehr schwer fällt, Entscheidungen zu treffen und dich von Dingen zu trennen. In diesem Fall solltest du dir Hilfe holen. Lass dich beim Entrümpeln von einer Vertrauensperson unterstützen, die dir helfen kann, Entscheidungen zu treffen. Vielleicht verabredet ihr euch sogar zu gegenseitigen Entrümpelungsaktionen?

6 Entsorge Aussortiertes auch wirklich

Etwas auszusortieren ist ein erster wichtiger Schritt. Doch die Gefahr ist groß, dass die Kisten und Tüten dann doch wochen-, monate- oder jahrelang in der Garage stehen. Die gefährlichste Falle ist: „Das verkaufe ich noch bei ebay.“ Tatsache ist leider: Mit den meisten Dingen, die du nicht mehr brauchst, ist auch kein großes Geld zu machen. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber in vielen Fällen lohnt sich der Aufwand des Verkaufens nicht. Schließlich musst du jeden einzelnen Gegenstand fotografieren, beschreiben, bei ebay einstellen, die Fragen der Bieter beantworten, dich um eine gute Verpackung kümmern und zur Post gehen. Willst du dir wirklich so viel Aufwand für ein paar Euros machen?

Generell gilt: Sorge dafür, dass Aussortiertes so schnell wie möglich dein Haus verlässt. Dinge, die du noch verschenken oder verkaufen möchtest, solltest du mit einem „Ablaufdatum“ versehen: Wenn du es innerhalb von einem Monat nicht geschafft hast, dich darum zu kümmern, dann kommen die Dinge eben doch ins Sozialkaufhaus oder in den Müll.

7 Kaufe weniger

Entrümpeln ist wichtig, aber natürlich nicht von Dauer. Wenn wir nicht aufpassen, wandern nach und nach wieder neue unnötige Dinge in unseren Besitz und nehmen uns Platz, Zeit und Energie weg. Um das zu verhindern, solltest du dir schon beim Einkaufen die Frage stellen, ob du einen Gegenstand wirklich brauchst. Frage dich, wo du ihn unterbringen willst und ob du nicht schon etwas Ähnliches hast. Das bedeutet nicht, dass du ab sofort nur noch die notwendigsten Dinge kaufen darfst. Aber ein bisschen Aufmerksamkeit beim Einkaufen schadet nicht. Das meiste Geld und die meiste Zeit sparst du dir nämlich mit Gegenständen, die du gar nicht erst mit nach Hause bringst.

!Wusstest du eigentlich...

Durchschnittlich besitzt jede Person in Europa 10.000 Gegenstände. Wahnsinn, oder?

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