Den eigenen Körper lieben lernen

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Immer frisch, strahlend, topfit, gepflegt und natürlich ewig jung – Frauen werden in unserer Gesellschaft mit einem strikten Schönheitsideal für ihren Körper unter enormen Druck gesetzt. Ganze Industrien leben davon, Frauen zu suggerieren, sie müssten vollkommen unrealistische Schönheitsideale erreichen, um jemals in ihrem Leben Zufriedenheit zu erlangen und glücklich zu sein. Und setzt erst einmal der unaufhaltbare Alterungsprozess ein, scheint die Chance auf ein erfülltes Dasein als Frau endgültig verwirkt zu sein.

Dabei liegt der Schlüssel zu einem glücklichen Leben nicht etwa im Hinterherhecheln künstlich generierter Schönheitsideale, sondern im Annehmen des eigenen Körpers mit all seinen sogenannten Makeln. Wir haben daher die 7 wichtigsten Tipps für dich gesammelt, mit denen du lernen kannst, deinen Körper so anzunehmen, wie er ist. Es wird nämlich höchste Zeit, dass du mit dir Frieden schließt.

Unsere Tipps

1 Vergiss Schönheitsideale

Gut, dieser Satz mag wie eine leere Phrase klingen, ist jedoch der Ausgangspunkt, um dich vom Joch der Schönheitsdiktatur zu befreien. Kurz und knapp: Es gibt keine ideale Schönheit! Zwar gibt es auf mathematischen Modellen basierende Berechnungen, die ergeben, dass bestimmte Merkmale wie etwa eine ausgeprägte Symmetrie Menschen attraktiv erscheinen lassen, Schönheit ist jedoch etwas ganz Anderes. Und gerade echte Schönheit kommt so gut wie nie ohne Imperfektion und sogenannte Makel aus. Überlege doch einfach einmal, welche kleinen und größeren Besonderheiten am Aussehen deines Partners dich immer besonders reizen oder welche Menschen dich äußerlich besonders faszinieren. Siehst du? Schönheit gibt es in unzähligen Formen und ganz sicher nicht nur in einer. Das solltest du dir stets vor Augen führen.

2 Es gibt keine „richtigen“ Frauen

schönheitsideale geben vor allem eines vor: wie „richtige“ Frauen auszusehen haben. Hieß es lange Zeit, dass „richtige“ Frauen die Maße 90-60-90 – selbstverständlich topfit und durchtrainiert – haben müssten, sind inzwischen auch Plus-Size-Models „erlaubt“. Plötzlich hört man nicht selten „Real women have curves“. Aha. Wir können dir nur raten, all diese Vorgaben schnellst möglich wieder zu vergessen, denn „richtige“ Frauen gibt es nicht! Frauen können jede Größe, jedes Gewicht, lange Haare, kurze Haare, keine Haare, behaarte Beine, rasierte Beine, Kurven und eine androgyne Figur haben. Sie können gerne Make-up tragen, am liebsten ungeschminkt sein, ihre Figur gerne zeigen und sie genauso gerne auch verhüllen – eine Frau ist immer eine richtige Frau! Keine Marke, kein Unternehmen und keine Institution besitzt die Deutungshoheit darüber, wer eine richtige Frau ist und wer nicht.

3 Denk dich positiv

Um dich endlich in deinem Körper wohlzufühlen, solltest du schleunigst damit beginnen, positiv von dir zu denken. Gedanken schaffen Bewusstsein – wenn du also ständig schlecht von dir denkst und überall nur Mängel an dir siehst, fängst du natürlich auch an, das zu glauben und dein Selbstbewusstsein wandert in den Keller. Das gute an dieser Sache ist, dass sie umgekehrt genauso funktioniert. „Wenn du dich trotz deiner Unvollkommenheiten attraktiv und liebenswert findest, dann finden dich auch andere eher attraktiv und liebenswert, weil du dann nämlich eine positive Ausstrahlung hast.“, so der Psychologe und Buchautor Dr. Rolf Merkle. Ab heute solltest du daher nur mehr positiv von dir und deinem Körper denken.
Dabei kann dir folgende Übung helfen: Stell dich vor den Spiegel und betrachte dich eingehend. Suche jene Merkmale an deinem Körper, die du schön findest. Wenn du sehr stark in negativen Denkmustern gefangen bist, kann dir das anfangs ziemlich schwer fallen. Hier kann es dir helfen, dir in Erinnerung zu rufen, wofür du schon einmal Komplimente bekommen hast. Nun betrachte speziell diese Merkmale und sage dir selbst, wie schön du diese findest. Nach und nach wirst du immer mehr Dinge an dir finden, die nicht nur ganz ok, sondern richtig toll sind.

4 Strahle Schönheit von innen aus

Eine alte Binsenweisheit, die wahrer nicht sein könnte. Deine Gefühle und deine Gedanken bestimmen letztendlich dein Aussehen und auch deine Zufriedenheit. Wer immer nur verkniffen ist und ständig an sich sowie auch anderen das Schlechte sieht, wird irgendwann unweigerlich auch so aussehen. Das Gleiche gilt natürlich auch umgekehrt: Positive Gedanken und eine ebensolche Einstellung dir selbst, deinen Mitmenschen und dem Leben allgemein gegenüber lassen dich einfach von innen heraus strahlen. Und das ist es, was wahre Schönheit letztendlich ausmacht. Ob und was wir wahrnehmen, hängt Großteils davon ab, was wir sehen wollen. Unbändiger Krauskopf oder berauschende Lockenpracht? „Unweibliche“ Figur oder androgyne Sirene? Hakennase oder aparte Schönheit? Wie du siehst, kommt es einzig und alleine auf die Deutung an. Und warum sollte diese negativ statt positiv sein? Versuche an dir sowie an deinen Mitmenschen stets das Positive zu sehen und lege somit den Grundstein für wahre Schönheit.

5 Lerne, deine Gefühle selbst zu bestimmen

Nur du bestimmst, wie du dich fühlst. Kein Mensch kann dir ein schlechtes Gefühl geben, wenn du es nicht zulässt. Du alleine entscheidest, ob dich ein Kommentar kränkt und ob du ihm so viel Macht zugestehst, dass du dich sogar gegen dich selbst wendest und dich plötzlich schlecht findest. Das solltest du dir immer wieder vor Augen führen, besonders angesichts des immensen gesellschaftlichen Drucks, der auf Frauen ausgeübt wird. Letztendlich liegt es an dir, ob du diesem nachgibst oder stattdessen lieber dir treu bleibst. Das ist selbstverständlich leichter gesagt als getan, dabei aber der Schlüssel zu echtem Selbstbewusstsein und Empowerment. Denk immer daran: Diejenigen, die dir einreden wollen, dass du „falsch“ bist, tun dies, um von dir zu profitieren. Wenn du dir diesen Gedanken immer wieder bewusst machst, kannst du hinter das System Schönheitsideal blicken, und es fällt dir leichter, bei dir zu bleiben.

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6 Umgib dich nicht mit negativen Menschen

Suche dir Leute, die dich in deinem positiven Selbst- und Weltbild unterstützen und dieses mit dir teilen wollen. Dabei kann es sich um Freunde im realen Leben ebenso handeln wie um inspirierende Internetblogs. Diese geben dir den nötigen Push, den du brauchst, um aus alten Denkmustern auszubrechen und neue erfolgreich zu verankern. Im Gegenzug solltest du alle negativen Einflüsse bzw. Menschen aus deinem Umfeld streichen. Diese machen es dir nämlich nur schwerer, alte Pfade zu verlassen und halten dich in der Spirale aus negativen Gedanken und dem daraus resultierenden Sich-hässlich-Fühlen gefangen. Daher solltest du – auch wenn es schwer fällt – negative Menschen dir zuliebe aus deinem Leben verbannen.

7 Denk daran, dass auch andere mit sich hadern

Gerade an Tagen, an denen du besonders unzufrieden bist, kann es dir helfen, dir bewusst zu machen, dass du mit diesem Gefühl nicht alleine bist. Die meisten Frauen (und durchaus auch viele Männer) hadern mit sich und ihrem Aussehen. Du hättest gerne längere Beine? Gleichzeitig träumt deine Freundin mit den Supermodel-Beinen vielleicht von einem Dekolleté wie deinem. Das zeigt dir, wie relativ die Wahrnehmung des eigenen Körpers ist. Darüber hinaus hat auch nicht alles nur Vorteile, was gemeinhin als erstrebenswert gilt. So haben Zwanzigjährige vielleicht eine tolle, ebenmäßige Haut und ein straffes Bindegewebe, aber würdest du wirklich dafür noch einmal alle Selbstzweifel und Unsicherheiten, die dieses Alter oft prägen, in Kauf nehmen und deine Gelassenheit und Lebenserfahrung dagegen eintauschen? Glücklich zu sein hängt nämlich meistens viel mehr von Letzterem ab – das solltest du dir immer wieder ins Gedächtnis rufen.

!Wusstest du eigentlich...

Lediglich 10 Prozent der (deutschen) Frauen sind mit ihrem Körper zufrieden.

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