Brustkrebs: Nutze die Vorsorge!

Brustkrebs: Nutze die Vorsorge!

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    Brustkrebs: Nutze die Vorsorge!
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“Vorsorge bedeutet […] die Chance, durch kluges individuelles Handeln unsere Lebensqualität zu erhalten.“ Dr. med. Marianne Koch
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen und kann im schlimmsten Fall lebensgefährlich werden. Allerdings haben sich die Prognosen in den letzten Jahren deutlich verbessert. Ein Grund dafür ist die bessere Vorsorge. Denn wie bei vielen anderen Krankheiten gilt auch hier: Je früher der Krebs erkannt wird, umso besser sind die Behandlungsaussichten. Nutze deshalb die verschiedenen Möglichkeiten zur Brustkrebsvorsorge, um dich gesund zu halten! Wenn du nach unseren Tipps noch mehr wissen möchtest, findest du hier weitere wertvolle Informationen.

Unsere Tipps

1 Brustkrebs? Diese Symptome solltest du abklären lassen

Es gibt viele verschiedene Formen von Brustkrebs, die sich auch unterschiedlich zeigen können. Generell gilt: Wenn deine Brust sich verändert, solltest du sie möglichst bald einem Frauenarzt/einer Frauenärztin zeigen. Viele Veränderungen haben zwar harmlose Ursachen, aber je schneller ein Brustkrebs ausgeschlossen werden kann, umso besser für dich. Zu den möglichen Symptomen von Brustkrebs gehören:

  • tastbare Knoten in der Brust
  • eingezogene Stellen oder „Grübchen“ im Brustgewebe
  • eingezogene Brustwarzen
  • Absonderung von Flüssigkeit aus den Brustwarzen (natürlich außerhalb der Stillzeit)
  • eine einseitig vergrößerte Brust
  • Hautrötungen, Schwellungen oder Verhärtungen der Brust
  • Schwellungen in der Achselhöhle
2 Selbstuntersuchung: Taste deine Brust regelmäßig ab

In vielen Fällen entdecken Frauen auffällige Knoten in der Brust selbst – ein wichtiger Grund, um regelmäßig die eigene Brust abzutasten! Idealerweise führst du diese Selbstuntersuchung einmal im Monat durch, und zwar immer zur selben Zykluszeit. Ideal sind die ersten Tage nach der Regelblutung, dann ist die Brust meist weicher und leichter abzutasten. Im weiteren Zyklusverlauf kann die Brust härter und auch knotiger werden. Wenn du immer den gleichen Zeitpunkt im Monatszyklus wählst, bekommst du schnell ein Gefühl für die Beschaffenheit deiner Brust und kannst dann Veränderungen gut erkennen. Auch nach den Wechseljahren ist ein einmonatiger Abstand ideal. Am besten stellst du dir eine Erinnerung im Handy, damit du regelmäßig daran denkst. Für die Selbstuntersuchung tastest du systematisch alle Teile der Brust ab. Um das Gewebe in der Tiefe zu fühlen, musst du ein wenig Druck ausüben.

3 Gehe zur jährlichen Krebsvorsorge beim Frauenarzt

Klar: Wenn man keine Probleme hat, möchte man natürlich nicht in Arztpraxen herumsitzen. Deinen Frauenarzt bzw. deine Frauenärztin solltest du trotzdem regelmäßig aufsuchen. Einmal jährlich wird dort ganz nebenbei eine Krebsvorsorge gemacht: Zum einen nimmt der Frauenarzt/die Frauenärztin einen vaginalen Abstrich und untersucht die Zellen auf Veränderungen. Zum anderen tastet er oder sie die Brust und die sie umgebenden Lymphkanäle ab, um Veränderungen zu erkennen. Übrigens: Wenn du dir unsicher bist, wie die Selbstuntersuchung der Brust funktioniert, lasse sie dir im Rahmen einer solchen Untersuchung genau zeigen.

4 Für Frauen ab 40 oder 50: alle zwei Jahre zur Mammografie

Seit einigen Jahren gibt es in Österreich das Programm „Früh erkennen“, das Frauen ab 40 alle zwei Jahre eine Mammografie ermöglicht. In Deutschland und der Schweiz können beschwerdefreie Frauen ab 50 regelmäßig zur Mammografie gehen. Wenn Auffälligkeiten auftreten, kann der Arzt/die Ärztin natürlich jederzeit und unabhängig vom Alter weitere Mammografien beauftragen. Bei dieser Untersuchung wird die Brust zwischen zwei Platten flachgedrückt und dann mit Röntgenstrahlen aus zwei Richtungen durchleuchtet. Diese Untersuchung ist unangenehm und manchmal auch etwas schmerzhaft, geht aber schnell vorbei. Mit diesen Mammografie-Screenings können Tumoren schon früh erkannt werden, oft bevor sie Symptome entwickeln. Allerdings gibt es auch kritische Stimmen: Relativ häufig kommt es vor, dass bei der Mammografie kleine Tumoren (oder Vorstufen dazu) erkannt und behandelt werden, die der Frau nie Probleme bereitet hätten. Die Angst und Sorge und die Strapazen von möglicherweise unnötigen Behandlungen wiegen für die betroffenen Frauen schwer. Ein weiterer Nachteil ist die Belastung durch die Röntgenstrahlen. Andererseits kann die Untersuchung nachweislich Leben retten: Etwa 3 bis 4 von 1000 Frauen, die regelmäßig zur Mammografie gehen, können dadurch von Brustkrebs geheilt werden. Lass dich von deinem Frauenarzt/deiner Frauenärztin gut beraten, ob (und ab wann) ein regelmäßiges Mammografie-Screening für dich sinnvoll ist.

5 Harmlosere Untersuchungen per Ultraschall

Wenn in der Brust etwas Auffälliges getastet wurde und die Strahlenbelastung der Mammografie vermieden werden soll, ist eine Ultraschalluntersuchung der Brust sinnvoll. Hierbei können vor allem harmlose Zysten gut erkannt werden. Frauen mit einem erhöhten Brustkrebsrisiko können ein- bis zweimal im Jahr eine Ultraschalluntersuchung beim Arzt durchführen lassen. Für eine alleinige Diagnose reicht der Ultraschall allerdings nicht aus.

6 Bei Knoten in der Brust: Erst mal keine Panik!

Wenn du etwas Auffälliges in deiner Brust entdeckst, solltest du in jedem Fall zum Arzt gehen und die Symptome prüfen lassen. Grund für Panik besteht aber erst mal nicht: Knoten und andere Symptome können auch völlig harmlose Ursachen haben. Möglich sind zum Beispiel Zysten (das sind wassergefüllte Bläschen) oder harmlose Verhärtungen im Gewebe. Selbst wenn ein Tumor vorliegt, ist er nur in einem Viertel der Fälle bösartig. Um dich zu beruhigen und schwerwiegendere Probleme auszuschließen, solltest du deine Entdeckung jedoch möglichst schnell untersuchen lassen.

7 Reduziere die Wahrscheinlichkeit von Brustkrebs

Brustkrebs hat unterschiedliche Ursachen, die du nicht alle beeinflussen kannst. Zum Beispiel gibt es Genveränderungen, die die Gefahr von Brustkrebs deutlich erhöhen. Auch Vererbung spielt eine Rolle. Aber es gibt auch Faktoren, die du beeinflussen kannst: Rauchen und häufiger Alkoholkonsum vergrößern zum Beispiel die Gefahr von Brustkrebs. Übergewicht und zu wenig Bewegung können ebenfalls eine Rolle spielen. Auch langjährige Hormoneinnahme (zum Beispiel durch die Pille oder bei einer Hormonersatztherapie) kann das Risiko erhöhen. Auch hier gilt wie so häufig: Ein gesunder Lebensstil kann die Gefahr von Brustkrebs verringern. Ganz ausschließen lässt er sich aber nicht.

!Wusstest du eigentlich...

Es ist zwar selten (unter einem Prozent), aber auch Männer können Brustkrebs bekommen. Auch sie sollten bei auffälligen Befunden deshalb einen Arzt aufsuchen.

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