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Schlafen in getrennten Betten?

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Mehr Paare, als man denkt, tun es: Sie schlafen getrennt. Entweder zeitweise (zum Beispiel, wenn das Schnarchen zu laut wird), oder sie schlafen grundsätzlich in getrennten Betten. Und warum auch nicht? Immerhin zeigen Studien, dass besonders Frauen alleine besser schlafen, denn sie sind geräuschempfindlicher als Männer und wachen leichter auf. Andererseits ist das gemeinsame Ehebett sehr emotional belegt. Egal wie die Gründe dafür sind, wer hört schon gerne, wenn der Partner sagt: Schatz, ich möchte nicht mehr gerne neben dir schlafen?

Wir sind gespannt auf deine Meinung. Wie viel nächtliche Nähe braucht deiner Meinung nach eine Beziehung? Können getrennte Betten gut tun, eine Beziehung sogar wieder spannender machen? Oder sind sie der Anfang vom „Auseinanderleben“?

Pro

Getrennte Betten sorgen für ruhigere Nächte

Ich oute mich hier: Ja, mein Mann und ich haben getrennte Betten in getrennten Schlafzimmern. „Outen“ deshalb, weil viele darauf mit Unverständnis reagieren. Oder gar Mitleid: „Oh je, läuft bei euch nichts mehr?“ Um es gleich vorweg zu nehmen: Doch. Ja. Es läuft noch etwas, keine Sorge. Der Grund für getrennte Betten ist keine Flaute in der Beziehung. Im Gegenteil, wir sind sehr glücklich miteinander. Wir schlafen auch nicht jede Nacht getrennt. Manchmal bleibe ich die Nacht über im Ehebett. Manchmal starten wir dort und ich wandere später dann aus.

Einige Paare möchten vielleicht wirklich jede Nacht nebeneinander verbringen und können es sich anders gar nicht vorstellen. Aber was, wenn einer schnarcht oder erkältungsbedingt die ganze Nacht hustet? Wenn einer um halb sechs aufstehen muss, der andere aber gern bis weit nach Mitternacht liest? Anderes Streitthema: Offenes Fenster. Ein Graus für mich, ein Muss für meinen Mann.

Viel mehr als Geräusche oder Schlafgewohnheiten von ihm stört mich aber, wenn ich ihn manchmal ungewollt wach halte. Ich schlafe zyklusbedingt manchmal schlecht. Wache dann häufig auf, wälze mich hin und her. Wenn ich schon mal wach bin, dann muss ich mal (einige Frauen werden das kennen). Ich bin froh, wenn ich weiß, dass mein Mann dennoch durchschlafen kann. Bei uns funktioniert das gut und um auf den ersten Punkt noch einmal zurück zu kommen: Es hat die Beziehung und Sexualität sogar spannender gemacht, dass der andere nicht immer da ist.

Contra

Auf Kuscheln möchte ich nicht verzichten!

Gerade wenn ein Partner stark schnarcht oder wenn die Lebensrhythmen sehr unterschiedlich sind, kann ich die Entscheidung für getrennte Schlafzimmer durchaus verstehen. Trotzdem denke ich mir, dass dabei eine Menge Nähe verlorengeht.

Auch nach einer langen Beziehung und im stressigen Alltag ist das gemeinsame Einschlafen für mich ein wunderschöner Fixpunkt des Tages. Egal wie anstrengend der Tag war, jetzt ist ein paar Minuten Zeit nur für die Partnerschaft. Noch ein bisschen quatschen, den warmen Körper meines Mannes neben mir zu spüren, ihn atmen zu hören, vor dem Einschlafen noch zu kuscheln, das ist für mich der Inbegriff für Geborgenheit und Nähe.

Und darauf würde ich nie verzichten wollen.

Ich bezweifle auch, dass es dem Sexleben gut tut, wenn man in getrennten Schlafzimmern schläft. Natürlich: Sich gegenseitig zu besuchen kann auch seinen Reiz haben. Aber erotische Situationen entstehen doch auch spontan, einfach durch die Nähe des Partners. Das nimmt man sich, wenn man erst ins Nebenzimmer laufen und die Lage checken muss.

Manche sehen in getrennten Schlafzimmern den Anfang vom Ende einer Beziehung. So weit würde ich nie gehen. Aber ich glaube schon, dass es eine große Gefahr birgt: dass man beginnt, nebeneinander zu leben statt miteinander.



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