Jobwechsel

Jobwechsel noch mit 50

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    Jobwechsel noch mit 50
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Ein Jobwechsel ist immer eine Chance: Auf Verbesserungen, auf Neues, auf mehr Geld. Doch wie sieht es ab 50 aus? Hier wird die Entscheidung schon schwerer: Will ich vielleicht eine Führungsposition anstreben und dafür mehr Stress, vielleicht auch einen Umzug in Kauf nehmen? Bin ich noch flexibel genug, mich an Unerwartetes anzupassen oder im Notfall noch einmal zu wechseln, wenn der neue Job ganz anders ist als erhofft? Auf der anderen Seite ist mit 50 die Rente noch weit. Wer will schon 15 Jahre lang in einem Job festhängen, der einfach nicht mehr passt.

Wie siehst du das? Wäre ein Jobwechsel mit 50 noch denkbar für dich?

Pro

Nutze deine Chancen!

Ein Jobwechsel mit 50, ist das nicht zu riskant? Naja, natürlich gehst du ein Risiko ein, wenn du einen sicheren Arbeitsplatz aufgibst oder dich noch einmal ganz neuen Aufgaben widmest. Das ist mit 25 nicht anders als mit 55. Aber ist das Grund genug, um Chancen zu vergeben und unter deinen Möglichkeiten zu bleiben? Ich finde nicht. Wenn du die Möglichkeit hast, einen Job zu beginnen, der dich reizt, der besser zu dir passt oder der weniger stressig ist als dein jetziger, dann nutze die Chance!

Etwas Neues zu beginnen, das steigert doch auch die Lebensqualität: Du wirst wieder neu herausgefordert, kommst mit neuen Menschen in Kontakt, kannst vielleicht mehr verdienen oder deine Arbeitszeiten reduzieren. Warum sollte das mit 50 nicht mehr möglich sein? Wenn du besser bezahlt wirst, kannst du sogar noch deine Rente etwas erhöhen und hast damit dein Leben lang etwas davon. Ich finde es erschreckend, wie viele Menschen (vor allem Frauen, habe ich den Eindruck) meinen, sie müssten irgendwie noch bis zur Rente durchhalten. „Die paar Jahre …“ 10 bis 15 Jahre lang etwas durchzuziehen, das eigentlich nicht mehr zu dir passt, das solltest du dir nicht antun, wenn du andere Möglichkeiten hast!

Sowohl mein Vater als auch meine Mutter haben relativ spät noch einmal den Job gewechselt. Für mich als junge Frau war das sehr inspirierend und hat mir großes Grundvertrauen gegeben: Es gibt immer neue Möglichkeiten, ich kann mich immer neu erfinden, nichts muss „für immer“ festgelegt sein.

Ob du jetzt noch mal in einer Spitzenposition durchstartest oder es langsam ruhiger angehen lässt: Passe deinen Lebensentwurf an deine Ziele und Bedürfnisse an, nicht umgekehrt!

Contra

Job ist nicht gleich Job!

Wir reden nicht von einem Jobwechsel in der Führungsriege, in der Managerszene der großen Konzerne – dort wechselt man die Jobs wie die Unterhosen, lässt sich abwerben und kassiert Gagen in unvorstellbaren Dimensionen. Die magische 50 gilt in diesen Kreisen als Erfolgsgarant, nicht als Bremse.

Doch in der normalen Arbeitswelt gehören Menschen bereits mit Mitte 40 zum alten Eisen und klammern sich an ihren Job, wenn sie denn einen haben. Das wissen auch die Chefs. Mit 50 aus den verschiedensten Gründen über einen Jobwechsel nachzudenken, birgt viele Risiken und muss genau abgewogen werden.

Bleiben oder gehen, lautet oft die Frage, wenn es unüberbrückbare Differenzen auf der Arbeitsstelle gibt.

Doch wohin gehen? Gute Stellen sind für diese Altersklasse rar. Wenn ich jedoch einen Job habe, in den ich mich seit Jahren gut eingearbeitet habe, wenn der Arbeitsweg nicht zu weit ist, die Kollegen nett sind und auch sonst alles einigermaßen passt, dann würde ich nie wechseln.

Was nützen beispielweise 200€ mehr Gehalt, wenn man sich komplett neu einarbeiten muss? Ist es das wirklich wert? Um diese Frage beantworten zu können, sollte jeder, der einen Jobwechsel erwägt, eine persönliche Pro- und Contra-Liste erstellen. Ich bin mir fast sicher, dass die Pluspunkte für den neuen Job geringer als erwartet ausfallen.

Voraussetzung für die Überlegung, seinen Job mit 50 noch zu wechseln ist ohnehin die feste Aussicht auf eine andere, bessere Arbeit. Ohne Job kein Jobwechsel – egal in welchem Alter!



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